Absinto Orkestra

Absinto Orkestra – Gadje
(Gadjo Records / Timezone Distribution)                     Veröffentlichung. 17. April 2010

Verdammt guter ‚balkan-schwangerer’ Ethno-Jazz….mit deutschen Texten. Musik wie ein guter Absinth: Feurig-expressiv und euphorisierend. - Warum kannten wir die nicht schon?

Release Konzert: 17.04.2010  Reduit,  Mainz-Kastel

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Das Absinto Orkestra geht mit seinem neuen Album "Gadje" konsequent den mit der letzten Veröffentlichung "Schwarze Augen" betretenen Weg weiter. Inspiriert von der Musik der Sinti und Roma, kreieren sie ihren eigenen unverwechselbaren Stil, der seine Wurzeln nicht verleugnet und dennoch Neues schafft.

Anstatt das traditionelle Repertoire ständig zu wiederholen, haben die Musiker den Geist der Musik aufgesogen und in ihre eigenen Stücke destilliert: Neun der 14 Titel des Albums stammen aus der Feder der Bandmitglieder und brauchen sich wahrlich nicht zu verstecken: ausgereifte Kompositionen, mitreissend interpretiert und gekonnt arrangiert.

Und was bedeutet "Gadje"? "In der Sprache der Sinti und Roma handelt es sich dabei um all jene, die keine sind", so Stefan Ölke, Kopf und Initiator des Absinto Orkestra. Und auch wenn man es oft nicht ganz glauben mag, die Musiker des Absinto Orkestra sind allesamt Gadje. Und auf die Frage, weshalb sie ausgerechnet diese Musik spielen, entgegnet Ölke: "Es ist vor allem die Emotionalität dieser Musik, die uns fasziniert und tief berührt. Und das geht nicht nur uns so... auffällig ist zum Beispiel bei unseren Konzerten, dass diese Musik Menschen quer durch alle Generationen und Schichten anspricht."

Während beim Vorgänger-Album "Schwarze Augen" der Schwerpunkt noch auf Instrumentalstücken lag, setzt das Absinto Orkestra auf "Gadje" verstärkt auf Gesang und tut das, für das Genre eher unüblich, auf deutsch. Und das wirkt weder ungelenk noch unpassend, sondern entwickelt im Zusammenspiel mit der musikalischen Umgebung einen ganz eigenen Charme. Die Texte suchen und finden das Besondere im Einfachen, setzen sich fest, und können bei aller Vertrautheit doch immer ein letztes Geheimnis bewahren. Kontrabassist und Texter Hans Bender: "Mich fasziniert diese dritte Dimension, die entstehen kann, wenn Musik und Text aufeinandertreffen. Da gibt es einen Punkt, wo die Worte auf einmal viel mehr transportieren als vorher und auch die Melodie bekommt einen Charakter, den sie alleine nicht hatte."

Wo nicht gesungen wird, wird die Geige zur Stimme des Absinto Orkestra. Geiger Johannes  Reinig prägt auf "Gadje" mehr denn je den Sound durch sein kraftvolles, rhythmisch prägnantes Spiel. Was die Arrangements der Stücke angeht, beweist das Absinto Orkestra großen Einfallsreichtum, wie zum Beispiel in dem minimalistisch beginnenden Titel "Baina Banal", in dem die durch ihre Einfachheit faszinierende Melodie zahlreiche Schattierungen durchläuft: vom "nackten" Pizzicato bei ihrem ersten Auftauchen bis zum opulenten Finale mit Blaskapelle, Marschtrommel, Becken und Gesang. Gitarrist Joachim Schappert: "Im Unterschied zu unserer letzten CD, wo wir alles in einem Rutsch aufgenommen haben, haben wir bei dieser viel mehr an den einzelnen Stücken gearbeitet und versucht, aus jedem Stück das beste herauszuholen."

Und das merkt man den Aufnahmen jederzeit an: vom Eröffnungsstück "Wohin die Reise geht", das sich kontinuierlich vom atmosphärischen  Intro bis zum stampfenden Refrain entwickelt, über den 7/8-Ohrwurm "Sieben Sachen" bis hin zum humorvollen "Männer" oder dem remixverdächtigen "Baina Banal" hat auf "Gadje" jedes Stück sein eigenes Gesicht und fügt sich dennoch mit den übrigen zu einem harmonischen Ganzen.

Zugunsten der Klangvielfalt setzt das Absinto Orkestra nicht nur auf seine eigenen instrumentalen Fähigkeiten (Gitarren, Mandoline, Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass, Percussion) sondern hat sich auch einige Gäste (an Akkordeon, Geige, Dobro, Trompete, Flügelhorn, Euphonium und Tuba) zu den Aufnahmen eingeladen. Die Geigerin Almut Ritter (u.a. bekannt von "Paddy goes to Holyhead") hat mit "Irish Coffee" sogar ein Stück für die CD geschrieben, in dem sie ihre "Irischen Wurzeln" mit dem Absinto-Sound fusioniert.

 http://www.gadjorecords.com/       http://www.absinto.de/