Andrew Collberg

Andrew Collberg – On The Wreath

(Le Pop Musik/GrooveAttack)

KatalogNr.: LPM27-2 (CD), LPM27-1 (LP)             Veröffentlichung NEU: 5. Juni (14.Mai .2010)

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Gruß aus Schweden, Arizona – Andrew Collbergs Songs kennen keine Grenzen

Er ist jung. Gerade mal 21 Jahre ist es her, dass er im schwedischen Lund auf die Welt kam. Mit acht bekam er die ersten Schlagzeugstunden in einem neuseeländischen Instrumentengeschäft, mit zehn schrieb er seinen ersten Song (über einen Gorilla), mit 14 stand er das erste Mal auf der Bühne, mit 17 nahm er sein erstes Album auf. Jetzt steht das internationale Debüt des vielleicht größten Songwriter-Talents seit Elliott Smith und Badly Drawn Boy an. Sein Name: Andrew Collberg. Sein Stil: unbekümmert und frisch. Seine Songs: organisch, melodiös und hitverdächtig.

Collberg lebt heute in Tucson, Arizona. Doch ein typischer Vertreter des Tucson-Sounds ist er nicht, auch wenn Calexico-Frontmann Joey Burns bei einem Stück „Wait inside“ am Cello aushalf. Denn bei Andrew Collberg geht es – trotz liebevoller und wunderschöner Arrangements – vielmehr um den Song als um das Drumherum. Songs mit großartigem Popappeal und die einprägsame, unverwechselbare Stimme sind seine Stärken. Und um diese von griffigen Hooklines und wunderschönen Melodien überbordenden Preziosen zum Strahlen zu bringen, hat Collberg sich mit Nick Luca einen Produzenten an Bord geholt, der schon für die ganz Großen der Americana-Szene wie Iron & Wine, Calexico und Robyn Hitchcock an den Reglern saß.

 

Doch alles der Reihe nach. Wie kommt ein junger Schwede nach Arizona? Und wie ist es möglich, dass ein Musiker in seinem Alter Songs aus dem Ärmel schüttelt, die andere in langen Karrieren nicht zustande bringen? Die erste Frage ist leicht zu beantworten: Die Familie zog, als Andrew noch ein Kind war, von Lund ins ferne Neuseeland und später nach Neu-England, um schließlich in den einsamen Südwesten der USA umzuziehen. Bei der Antwort auf Frage zwei hilft ebenfalls der familiäre Background: Bei „On the wreath“ kommen einem viele berühmte Songwriter und Bands der Musikgeschichte in den Sinn: Lennon, Kinks, Byrds, Dylan, Young. Musik, die schon seinen Vater zum Songschreiben inspirierte und der den jungen Andrew dazu ermutigte, auf sein schon früh erkennbares Talent zu setzen. Das erklärt einen Aspekt der Musik Andrew Collbergs: die Schule des anglo-amerikanischen Beat und Folk und warum seine Musik uns schon jetzt mit ihrer Zeitlosigkeit beeindruckt. Dass Collberg sich trotzdem mit „On the wreath“ im Hier und Jetzt befindet, verdanken wir der Renaissance der Gitarre im Pop der Achtziger bis in die Neuzeit – von REM über die Go-Betweens, über Galaxie 500 bis hin zu Elliott Smith und Badly Drawn Boy. All das war auch schon auf seinem Debüt-Album zu hören, das erschien als er 18 war und heute vergriffen ist. Ein schöner Erstling, doch mit „On the wreath“ macht Collberg einen ganz großen Satz nach vorn.

Vergleicht man Collbergs Album mit aktuellen Songwritern, so fällt vor allem dessen musikalische Bandbreite auf. Denn so farbenfroh wie das Cover, so variantenreich, vielseitig und vital ist sein Stil. Optimistische Uptempo-Songs, für die einst der Begriff Gitarrenpop erfunden wurde, stehen neben ruhigeren Stücken und melodiösen Balladen. Der Opener „Clouds of all your rain“ etwa erinnert uns nicht von ungefähr an ein anderes legendäres Regenstück von den Go-Betweens („Spring Rain“). Das druckvolle „To the road“ fängt an wie „New Morning“ von Bob Dylan, um sich dann in einen euphorischen Popsong zu verwandeln. Was eine schulmäßige Bridge ist, hört man bei „Clementine“: das Stück beginnt wie eine Ballade mit schleppenden Beat, bekommt aber eine Wendung hin zu einem klassischen Midtempo-Groove, der den Refrain erst zur Entfaltung kommen lässt. Finessen solcher Art finden sich auf „On the wreath“ zuhauf: „Man in the moose suit“ etwa, mit dem Collberg John Lennon wieder auferstehen lässt, oder „Plastic Bows“, das Badly Drawn Boy sicher gerne im „About a Boy“ Soundtrack untergebracht hätte. Stücke wie das fantastische „Garbage day“ oder „The tide below“ lassen die skandinavische Popschule aufscheinen und erinnern an Bands wie El Perro del Mar, die Cardigans oder die Kings of Convenience. Solche Vergleiche liegen vielleicht auf der Hand: doch ganz egal, welche Referenzen (ja, viel zu viele) man heranzieht, es fällt auf, mit welcher Unbekümmertheit Andrew Collberg zu Werke geht. Nichts an „On the wreath“ wirkt verkopft oder konstruiert. Die Songs strahlen – auch wegen der charakteristischen warmen Stimme ihres Sängers eine natürliche Schönheit aus, die ans Herz geht, berührt und verführt. Damit prägt Andrew Collberg seinen ganz eigenen Stil, der schnell süchtig macht – was für eine Entdeckung!

Alle Songs auf „On the wreath“ stammen aus der Feder von Andrew Collberg. Einzig das Schlussstück „Make it right“ hat er zusammen mit Conner Gallagher geschrieben. Eingespielt wurde das Album unter der Regie von Nick Luca im Upstairs Studio (Tucson, Arizona) mit seiner Liveband. Schlagzeug: Arthur Vint. Bass: Ian Stapp. Gitarre: Conner Gallagher.