Chinaza - Home

CHINAZA – Home                                        Veröffentlichung 18. Februar 2011

(nagel heyer records/Rough Trade)

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Eine afrikanische Perspektive deutscher Realität: Chinaza

 Stark beeinflusst durch einen längeren Aufenthalt in ihrer nigerianischen Heimat ist Chinazas neuer Stil jetzt angereichert durch Nigerian Beats, ohne den Pfaden des Jazz untreu zu werden. Schillernd und voller Magie.

 

Warum wartet Chinaza, die schon für sie so wichtige Stationen wie Joy Denalane, HATTLER, Della Miles, Mo'Horizons, BANTU und das Katja Riemann Oktett hinter sich hat, nach ihrem hoch gelobten Debüt „Changes“ – „unbedingt hörenswert“, „eine wundervolle CD voller ungewöhnlicher Musik“, „ausdrucksstarke Stimme“, „emotionsgeladene Songs“ – fast fünf Jahre bevor sie das nächste Werk veröffentlicht?

 Vielleicht, weil sie – trotz Vergleichen mit Norah Jones – keine Lust auf ein Erfolg versprechendes Female Vocal Jazz Balladen Album hatte? Kann schon sein. Doch es gibt noch einen weiteren, eher unspektakulären Grund: Es ist was dazwischen gekommen. Und das nennt sich Suche. Die Suche nach Antworten. Die Suche nach mehr. Die Suche nach Heimat.

 Heimat – das ist nicht nur ein Wort. Es ist vielmehr ein Gefühl. Und gleichsam ein Ort großer Geborgenheit und Ruhe. Unsere Heimat ist ein sicherer Hafen und Aufladestation, der perfekte Rückzugsort aus der nie stillstehenden Welt – ein zentraler Punkt unseres ganz persönlichen Glücks. So zog es Chinaza schon bald nach der Veröffentlichung ihres Erstlings nach Afrika anstatt durch deutsche Clubs zu touren.

Ich bin Nigerianerin. Ich bin Deutsche. Ich bin Mensch.“ Stellt Chinaza rückblickend fest. Und sie fährt fort: „Geboren und aufgewachsen in Göttingen bin ich das erste Kind nigerianischer Bürgerkriegsflüchtlinge. Solange ich mich erinnern kann, wollte meine Familie zurück in die nigerianische Heimat. Auf der Suche nach dem Ursprung meines persönlichen Klangs begab ich mich auf eine Reise. Diese Reise führte mich zunächst nach Nigeria. Dort begann ich zwischen 2007 und 2008 die ersten Songs für mein zweites Album zu schreiben und verwandelte vor Ort gewonnene Impressionen in musikalische Bilder. So knüpft „Home“ dort an wo „Changes“ 2006 endete.“

 Zurück in Deutschland stellte Chinaza in Kooperation mit dem Pianisten Sebastian Weiss, mit dem sie bereits ihr Debüt eingespielt hatte, das Nachfolgewerk „Home“ fertig. Herausgekommen ist ein wundervolles Album das eigene Stücke mit Kompositionen anderer Künstler oder Gruppen – Nina Simone, Live, Nik Kershaw oder Talk Talk – kombiniert und zusammen zu einem großen, bunten Neuen werden lässt.

 Aber hat Chinaza entsprechend dem Titel „Home“, was ja sowohl Heimat als auch Zuhause bedeutet, nun ihren Platz in dieser Welt gefunden? Die Frage ist auf jeden Fall berechtigt. Heißt es doch auch im Song „They Stood Up For Love“ eindeutig zweideutig:

 They made it to the moon

but they can’t make it home

 Na dann. Gute Reise. Der Weg ist das Ziel. Und Chinaza drückt das für sich so aus: „Die Gegebenheiten in meiner Heimat Nigeria kennend, bin ich in Deutschland zu Hause.“

 

Recorded April and May 2009 @ Greve Studio, Berlin.

Additional recordings and editing in June 2009 @ mpm-Tonstudio, Berlin.

Mixed and mastered in September 2009 and August and September 2010

@ Blue Noise Studio, Hamburg.

Produced by Frank Nagel-Heyer.

 http://www.chinaza.de