Daniel Stelter - Krikelkrakel

Daniel Stelter – Krikelkrakel              Veröffentlichung: 3.Februar 2012

Herzog Reords/ Edel Kultur / EAN 4260109010249

Presseinfo als PDF

Live:

08.02.2012  Darmstadt, Bessunger Knabenschule
09.02.2012  Mannheim, Jazz im Busch
12.02.2012  Fuerth/Odw,  Studiobühne
13.02.2012  Mainz, Klangraum


"Ich wollte eine verständliche und zugängliche Jazz-Platte machen, mit einfachen Themen, meinem eigenen Gitarrensound, der sich eher gesanglich orientiert, eine Platte, die neugierig macht, rhythmisch geprägt ist und verschiedene Stilelemente - sei es Jazz-, Bluesroots, Groove oder Filmmusik - importiert, ohne dabei beliebig zu sein". Daniel Stelter

Daniel Stelters neue CD Krikelkrakel knüpft an den Klangkosmos an, den er bei seiner letzte CD Homebrew Songs entwickelt hat (beide bei herzogrecords erschienen). Eine Musik, angesiedelt zwischen coolem Jazz, Mississippi-Blues und fein angerauten, rollenden Grooves, die nicht nur den eingefleischten Jazzfreund anspricht. Klare Melodien und verständliche Strukturen, konzentriert aufs Wesentliche, ließen die vier Musiker frisch, experimentierfreudig und mit Abenteuerlust im Studio direkt zur Sache kommen.

Krikelkrakel besteht aus 13 Songs, hauptsächlich aus der Feder von Daniel Stelter und Ulf Kleiner, die beide auch bei der Produktion nichts dem Zufall überließen, sondern selbst Hand anlegten und damit ein rundes Werk aus einem Guss geschaffen haben. Ziel war ein zeitloses Album, das einen abwechslungsreichen und stimmigen Bogen vom ersten bis zum letzten Stück spannt.

Die klare Struktur findet sich nicht nur in der Konzeption des Albums, sondern auch in den einzelnen Stücken – sie orientiert sich an der Idee der Mail-Art, einer Kunst, die auf dem Postweg entsteht: Ein neutraler Briefumschlag geht durch viele Künstlerhände, aus dem Standardbrief wird ein Kunstwerk und je öfter ein Umschlag verschickt wird, um so größer und vielfarbiger wird das Werk, das auf ihm entsteht.

Im übertragenen Sinne haben sich Daniel Stelter und seine Mitmusiker so auch dem Liedmaterial auf Krikelkrakel genähert. Jedes der 13 Stücke steht für ein Bild, das jeder der Musiker mit seinem individuellen Klang einfärbt, auf diese Weise entsteht - wie bei der Mail-Art - ein unverwechselbarer Klangkosmos, eben 13 Briefe mit musikalischer Mail-Art, jeder mit einer eigenen Ästhetik.

Der Titelsong ‚Krikelkrakel’ beschreibt die Idee der CD: Aus einer flüchtigen Skizze, einem Bildgedanken, der durch viele Hände geht, wird im Zusammenspiel von Gitarre, Bass, Rhodes/Piano und Schlagzeug eine Mixtur von Jazz, Groove und Blues. ‚Clockticks’ spielt mit der Zeit - so kann man sich den Besuch in einem Uhrengeschäft vorstellen: Ticken von allen Seiten, das eine eigene rhythmische Dynamik entwickelt, auf der die Komposition und die Instrumente aufsetzen.

Auch die restlichen 11 musikalischen Briefe, die Daniel Stelter und seine Mitmusiker verschicken, schmücken Bildgedanken aus: ‚Yellow Room’, ein getragenes, atmosphärisches Stück, beschwört vielleicht das Bild einer Wüstenlandschaft bei Nacht. ‚On my own’, eine der beiden Gesangsnummern der CD - gesungen von Fola Dada (Hattler) - erzählt als sparsame und doch intensive Blues-Ballade vom Alleinsein und der Erkenntnis des Abschiednehmens. Auf ‚Where I'm going to be’, einer treibenden Groove-Nummer, singt Kosho (Söhne Mannheims), wie es wohl wäre, den Aufzug ins Weltall zu nehmen, als sei es der Intercity nach Paris.

Ferry Boat’ funktioniert musikalisch wie eine Fähre, die zwischen zwei Ufern verkehrt - ein fließendes Klavier, eine entspannte Gitarre getragen von einem wellenartigen Aufbau. ‚How to catch the wind’ basiert auf einem Gedicht von Ulli Kimpel-Stoll - ein melodisches Soundgemälde, das wie eine Filmmusik anmutet. ‚Seconds, Minutes, Hours, Days’ vollzieht die Entwicklung eines starren Moments, vielleicht des Wartens bis hin zur Aussöhnung mit der Zeit. Quasi als Reprise beschließt der ‚Ice-Jam’ das Album, ein melancholischer, energiegeladener Jam auf der Basis eines satten Beats.

Jeder der vier besitzt die Fähigkeit und ein Gespür dafür, Freiraum zu gestalten ohne ihn zu überfüllen und so kam auch bei Krikelkrakel der eigene, transparente Sound zustande. Getragen wird er von Daniel Stelters Gitarre, unterstützt vom flächigen und perkussiven Spiel von Tastenmann Ulf Kleiner auf der Basis des warmen, sparsamen Bassspiels von Michael Paucker und dem legendären Drumsound und Groove von Tommy Baldu – die letzten beiden im Übrigen ein lang eingespieltes Duo, so wie Daniel Stelter und Ulf Kleiner, die schon seit Jahren bei den verschiedensten Projekten gemeinsame Sache machen.

Die vier Musiker arbeiteten im Studio und Live mit renommierten Künstlern zusammen, wie z.B. Ringsgwandl, Joy Denalane, Jeff Cascaro, Thomas D., TRIBAND, Till Brönner, Charlie Mariano, Frank Ramond, Ian Pooley und Jazzanova.

Auf diesem Weg entsteht Musik, die aufwendig oder einfach sein kann, ruhig oder schnell, bunt oder schwarz-weiß, humorvoll oder nachdenklich - eben alle Schattierungen, die Musik bietet. Und mit all diesen Schattierungen malen Daniel Stelter und seine Mitmusiker die 13 musikalischen Briefe

der CD aus. Abgerundet durch den klanglichen Feinschliff von Mastering-Guru Tom Krüger bildet das Album auch soundtechnisch einen klaren Gegenpol zu aktuellen überzüchteten Produktionen und scheut sich nicht einen eigenen Weg zu gehen.