Julian Fischer Quartet - Stay

Julian Fischer Quartet – Stay                   Veröffentlichung: 13. Januar 2012
LC-27984    Berthold Records / EAN 4250647300018 / Ja Kla! / Harmonia Mundi

Presseinfo als PDF

Live Video 28.11. 2011  Bremen, Moments

live:
28.01.2012 Braunschweig, Bassgeige
30.01.2012 Bremen, Theaterschiff

Frischer und frecher New Jazz aus Bremen

So, wie der junge Mann mit seiner Gitarre da im Grünen steht, an diese betagte, gepflegte und ausladende Limousine gelehnt (siehe: CD-Cover), drängt sich der Gedanken auf „irgendwas mit Rock’n’Roll“. Ein Irrtum!

Julian Fischer ist Jazzgitarrist. Der Bremer ist gerade einmal 19 Jahre alt, aber bereits Leader eines spielstarken Quartetts, das nun seine Debüt-CD „Stay“ vorlegt. Mit dem Saxophonisten Dirk Piezunka, dem Bassisten Peter Schwebs und dem Schlagzeuger Ralf Jackowski hat Julian Fischer Begleiter an seiner Seite, die alle älter sind als er, erfahrene Jazzer, die eigene Bands leiten, selbst komponieren. Aber für das Julian Fischer Quartet hat der junge Bandleader selbst alle Stücke geschrieben. Bei diesen Kompositionen zeigt sich schnell, dass Julian Fischer ein ausgesprochen feines Gespür für schöne, melodisch völlig ausgereifte Themen besitzt, und diese gelegentlich mit durchaus frechen thematischen Umschwüngen und rhythmischen Rückungen konfrontiert. Und noch etwas anderes wird deutlich: Ganz so falsch war der Gedanke „irgendwas mit Rock’n’Roll“ dann doch nicht, denn der Gitarrist schreckt keineswegs vor Rock-Elementen zurück, ist alles andere als ein Jazzpurist, mindestens eine gewisse Jazzrock-Motorik findet sich immer wieder. Das hat sicherlich auch etwas mit einem seiner Lehrer zu tun, dem kanadischen, in Bremen lebenden Gitarristen Dave Goodman, der sich locker über die Begrenzungen von Jazz, Blues und Folklore hinwegsetzt, und das offenbar auch an Julian Fischer vermittelt hat. Ihm hat denn Fischer auch den Titel „D.G.“ gewidmet, ein Stück, das – wie so oft bei Fischers Kompositionen – mit seinem ruhigen Beginn zunächst auf eine falsche Fährte lockt, sich aber sehr schnell aufs Midtempo verlegt.

Eröffnet wird das Album von „Quiet Journey“, und auch das ist nur bedingt die angekündigte „ruhige Reise“, zwar hat das Thema einen ruhigen, lyrischen Gestus, bei dem sich zeigt, wie gut das warme Timbre von Dirk Piezunkas Tenorsaxofon mit der Gitarren Julian Fischers harmoniert, aber Bass und Schlagzeug im Hintergrund sorgen durchgängig für eine quirlige Unruhe. Dieses gewitzte Spiel mit unerwarteten Momenten zeichnet das ganz Album aus. Es ist Resultat von hörbarem Teamwork, bei dem es in erster Linie um einen dichten Gruppenklang geht, weniger um demonstrative Solo-Features. Natürlich zeigt Julian Fischer, was er kann, aber das bleibt immer in den Gruppenklang eingebettet. Und wenn Julian Fischer bei der Ballade „When can I be close to you again?“ das Intro zupft, dann mischen sich die übrigen Bandmitglieder überaus feinfühlig und sanft ins Solo ein. Ein beeindruckendes Debüt eines großen Gitarrentalents!

Für mich ist es wichtig“, sagt Julian Fischer, „Stücke zu entwickeln, die gefühlvoll und energiegeladen zugleich sind und obendrein eingängig.“Julian macht sich zwar bereits im Vorfeld Gedanken darüber, wie die Stücke klingen sollen. „Jeder interpretiert meine Vorlagen zunächst für sein Instrument und erst im Zusammenspiel legen wir uns auf die finale Fassung fest.“

Schon mit acht Jahren hat Julian Fischer die Gitarre für sich entdeckt, und sich zunächst auf den Klassikbereich konzentriert, wobei er einen ersten Erfolg beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ errang. Als sich sein Interesse auf den Jazz fokussierte, gewann er 2007 gleich einen Preis beim Wettbewerb „Jugend jazzt“, erhielt überdies 2009 ein Stipendium beim BuJazzO. Im Jahr 2010 gründete er das Julian Fischer Quartet.

Anspieltipps:

Track 1: Quiet Journey

Track 4: When can I be close to you again?

Track 5: Stay

Track 8: Six on four


Musikalisches Profil Julian Fischer

Julian Fischer begann im Alter von acht Jahren mit der Gitarre. Seine ersten musikalischen Ausbildungsschritte machte er in der Klassik. 2003 konnte er bei Jugend Musiziert seinen ersten Erfolg verbuchen: Mit elf Jahren gewann er die Regionalausscheidung, war damals jedoch noch zu jung, um zum Bundeswettbewerb zugelassen zu werden.2005 trat Julian erneut „klassisch“ als Solist an und schaffte es bis zum Bundeswettbewerb in Freiburg, der im Jahr 2006 stattfand. 2006 war dann auch das Jahr, in dem er seine Liebe zum Jazz entdeckte.Konsequent richtete er seine weitere musikalische Ausbildung auf Jazz aus und nahm sowohl an Workshops bei dem erfahrenen Jazzgitarristen Frank Haunschild (Harmonielehre) teil, engagierte sich in der Jazz-AG des Kippenberg-Gymnasiums und errang 2007 im Bundeswettbewerb „Jugend Jazzt“ den Preis für herausragende Solisten. Im gleichen Jahr schloss sich ein Workshop bei Peter Autschbach an.2008 war für Julian das wichtigste Jahr seiner bisherigen musikalischen Entwicklung: Nach einem Ausscheidungsvorspiel in den USA wurde ihm im Alter von 17 Jahren ein Stipendium der Berkeley School of Musik zugesprochen.2009 nahm Julian erneut an „Jugend Jazzt“ teil und erhielt ein Stipendium für das Bundesjugend-Jazzorchester.Im Jahr 2010 gründete er das „Julian Fischer Quartett“, dass in der Besetzung Julian Frederik Fischer (Gitarre), Dirk Piezunka (Saxofon), Peter Schwebs (Bass) und Ralf Jackowski (Drums) seitdem erfolgreich ausschließlich Eigenkompositionen von Julian Fischer spielt.

Julian Fischer Quartet (JFQ): Julian Fischer (guit, composition) Dirk Piezunka (sax), Peter Schwebs (Bass) & Ralf Jackowski (drums)

http://www.berthold-records.de/index.php/julian-fischer-quartet.htm