Olivia Trummer - Poesiealbum

 Olivia Trummer – Poesiealbum
Neuklang/SunnyMoon                                       Veröffentlichung: 23. September 2011

Ein kaleidoskopisches Vergnügen voller Atmosphäre und Abenteuer, Finesse und Farbenpracht, Ironie und Improvisationslust, Phantasie und natürlich Poesie.

02.10.11 – Leverkusen Bayer Kulturhaus: Matinée!
05.10.11 - Köln - Hahnheiser
06.10.11 - Stuttgart, CD-Release-Konzert im Theaterhaus
07.10.11 - Rottweil, Badhaus
08.10.11 – Wiesbaden - Wallhalla
09.10.11 - Grafenau, Schloss Dätzingen

25.11.11 - Stuttgart, SWR Kulturnacht

16.12.11 - Kassel, Theaterstübchen17.12.11 - Hamburg, Stellwerk27.12.11 - Bad Kissingen, Winterzauberfestival

www.bauerstudios.de/de/data/shop/6349/ncd4061.html

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Olivia Trummer ist ein höchst feinsinniger Mensch, ein großes und selbstbewusstes Mädchen von 26 Jahren, ein Temperamentbündel, das gerne lacht und die Welt mit offenem und klugem Blick betrachtet. Die in Stuttgart geborene und lebende Pianistin und Komponistin hat mit ihrem nunmehr vierten Album ihren musikalischen Kosmos tiefgreifend erweitert. Die hoch talentierte Musikerin, die sich bereits viele Meriten als klassische Konzertpianistin verdient hat, aber vor allem als Jazzpianistin in den letzten Jahren für Furore sorgte, steuert mit „Poesiealbum“ wohlgemut und optimistisch allen vorgefestigten Meinungen und Erwartungshaltungen entgegen. Die vielseitige Künstlerin erweitert auf den neun Aufnahmen ihr ohnehin weit gefasstes stilistisches Spektrum mit gesungenen Liedern, besser noch, sie konzipiert Musiklandschaften, die sie mit ihrer Stimme und mit ihren Gedanken füllt, mit heiteren bis besinnlichen lebensphilosophischen Reflexionen. So hat man Jazzsongs wahrlich selten, wenn überhaupt gehört. Nachdem sie schon auf dem Vorgänger „Nobody Knows“ (2010), inspiriert von ihrem Studium an der Manhattan School of Music in New York, erstmals auf einem ihrer Alben gesungen hatte, allerdings vornehmlich englisch, vertraut sie nun auf „Poesiealbum“ ganz ihrer Muttersprache. Frei nach dem Motto, dass Ironie die Poesie des Humors ist, fügen sich ihre feinfühligen Weltbetrachtungen über die Liebe, die Natur und all die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen und ein „Poesiealbum“ befruchten, in die feinen Verästelungen ihrer weitläufigen Kompositionen.


Aufgenommen hat Olivia Trummer ihr neues Album mit ihrem langjährigen Lebensgefährten, dem Schlagzeuger und Perkussionisten Bodek Janke, sowie mit dem erfahrenen Kontrabassisten Martin Gjakonovski und dem Posaunisten Johannes Lauer. Beide Musiker hatte sie erst vor geraumer Zeit kennen und schätzen gelernt – und der schnell spürbaren Chemie vertraut, die sich im Zusammenspiel mit diesen ergeben hatte. Die erlesen produzierten Quartett-Einspielungen werden angeführt von „Meer ohne Wasser“, ein Stück, das gekonnt mit Versatzstücken des Swing kokettiert und zugleich über Lebenslust und das Leben im Überfluss unter der Prämisse sinniert, dass es mit der Menschheit irgendwann zu Ende geht. Wann ist schon mal so frohgemut die Apokalypse konstatiert worden? Da ergibt sich ein „Requiem“, so der Titel der darauffolgenden Coda, mit seiner düsteren Atmosphäre wie ein nachhängender Gedanke fast zwangsläufig. Im weiteren Verlauf des rein formal schon abenteuerlichen Albums macht sich Olivia Trummer diverse Stilmittel ganz zu Eigen. So nimmt sich das kokette „500 Millionen“ aus wie ein in Bebop getränkter Ragtime, „Verrückt“ birgt Konnotationen des Latin Jazz und mündet doch in komplexen Improvisationskaskaden, „Für ein Lächeln“ rührt an nostalgische Chansons aus der Marlene-Dietrich-Ära, und „Es ist windig heut‘“ spielt mit Tempowechsel wie das Wetter selbst. Auch das verspielte „Ohne Winter“ vertraut auf die Polarität und die Kreisläufe des Lebens, was durchaus so etwas wie einen roten Faden des Albums bildet. „Die Liebe“, das älteste und persönlichste Stück des Albums, überzeugt als stark bewegendes, demütig wirkendes Schlussmotiv und überrascht, wie dies bei ihren Melodiebögen nicht selten der Fall ist, mit pittoresken Volten wie einem Zitat aus dem Jazzstandard „Someday My Prince Will Come“.


Dass Olivia Trummer in einem sehr harmonischen Elternhaus aufgewachsen ist, in dem sowohl Vater als auch Mutter als Musiker tätig sind, hat ihrer musikalischen Entwicklung natürlich die besten Voraussetzungen geboten. Während ihre Mutter ihr schon früh die Basis klassischer Musikerziehung angedeihen ließ, hat sich Olivia von klein auf „den Tonraum mit Improvisationen eigenständig erschlossen“, wie sie es schön formuliert. Dass sie im Laufe der Jahre fünf Mal bei „Jugend musiziert“ als Siegerin vom Podest geht, gehört ebenso zu ihrer dynamischen Entwicklung wie der Abschluss mit Auszeichnung an der Stuttgarter Musikhochschule und das durch eines ihrer zahlreichen Stipendien geförderte Studium des Jazzklaviers an der Manhattan School of Music in New York. Imposant nimmt sich auch die Liste ihrer Konzertauftritte aus, die neben zahlreichen heimischen Festivals auch Tourneen durch Italien, Tschechien, Polen und Russland umfassen sowie Auftritte in der Carnegie Hall, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen und auf Schloss Elmau. Mit ihren Kompositionen ist Olivia Trummer auch schon in einigen Kultursendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aufgetreten und erhält von diversen Kulturträgern immer wieder mal Kompositionsaufträge. Bislang hat sie mit dem Olivia Trummer Trio drei Alben veröffentlicht: „Nach Norden“ (2006), „Westwind“ (2008) und „Nobody Knows“ (2010). „Poesiealbum“ ist nun das erste Werk, das nur unter ihrem Namen erscheint – eine Zäsur, vielleicht sogar ein bewusster künstlerischer Befreiungsschlag. Die Fachpresse ist sich jedenfalls einig: „Olivia Trummer gehört die Zukunft“ (Jazzpodium) und „…besitzt fraglos das Potential, ein Star zu werden“ (Mannheimer Morgen).


Dabei erstrahlen die vielen Talente der Olivia Trummer – „young, gifted und deutsch“, wie Jazzthing einmal titelte – natürlich vor allem in der Gegenwart, wie sie unlängst wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. In Baden-Baden hatte sie vor kurzer Zeit die Ehre, mit Bobby McFerrin gesanglich und pianistisch einen improvisierten Kurzauftritt aufs Parkett zu legen. „Da saß jeder Ton, da war Intensität, Magie und Eleganz: Bobby war begeistert!“ Dieses Pressezitat lässt sich natürlich spielend auch auf das vorliegende „Poesiealbum“ übertragen. Lange habe sie gewartet, sich mit ihrem Gesang auf die Bühne zu wagen. Nun ist dieser Moment gekommen und es ist schon bewundernswert, wie hervorragend es ihr gelingt ein enorm anspruchsvolles Album mit Liedern voller Tiefgang und Substanz mit so viel Leichtigkeit und Humor zu füllen und zu gestalten. Mit „Poesiealbum“ erobert sich Olivia Trummer eine weitere künstlerische Dimension, die ihr ein verdientermaßen noch größeres Publikum bescheren wird und die auf ihrem weiteren Weg noch sehr lange nachklingen dürfte. „Poesiealbum“ obsiegt als ein kaleidoskopisches Vergnügen voller Atmosphäre und Abenteuer, Finesse und Farbenpracht, Ironie und Improvisationslust, Phantasie und natürlich Poesie. Ein eigenwilliger Kosmos, der Olivia Trummer in neuem Licht strahlen lässt. Die Pianistin, die so ziemlich alle musikalischen Hürden nehmen kann, die es in der Klassik und im Jazz überhaupt gibt, hat sich nun neben ihrem Furor als Komponistin auch als wie ein Fisch im Wasser mühelos dahingleitende Vokalistin zu einer der stärksten und wohl auch visionärsten Jazzstimmen unserer Zeit emporgeschwungen.

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