Renaud Marquart - Ribambelle de matins à Molfetta

RENAUD MARQUART - Ribambelle de matins à Molfetta
La Viviane / www.renaudmarquart.com                                Veröffentlichung:  28. Januar 2011

Chanson-Rock eines Italo-Franzosen, der in Deutschland lebt

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„Meine Texte sind der Spiegel erlebter Emotionen und Impulse aus dem Leben, aus dem Alltag, die ich dann in eine bilderreiche Sprache, ein Art Poesie frei umsetze, um eine eigene, schwebende und schon alltagsferne Welt zu kreieren… Es geht mehr um einen eigenen literarischen Stil, mal sehr humoristisch, mal sehr ernst,aber immer sehr sensibel, als um den Inhalt,“ sagt Renaud Marquart über seine Musik.
„So ist der Titel zum Song und dann zum kompletten Album Ribambelle de matins à Molfetta entstanden. Molfetta, eine kleine idyllische Hafenstadt in Apulien (Süd-Italien, in der Nähe von Bari), ist der Ursprungsort meiner Großeltern mütterlicherseits, bevor diese in den Vierzigern nach Frankreich ausgewandert sind, um dort Arbeit zu finden. Meine Wurzeln also. Ribambelle  bedeutet Ringelreihen/lange Reihe, und matins bedeutet Vormittage. Ribambelle de matins à Molfetta steht also für: die Zeit, die vergeht, in Bezug auf diese Stadt. Ein Art Back to the roots vielleicht…Daher sind auch alle Fotos aus dem Booklet in Molfetta und Umgebung geknipst worden“, ergänzt er mit einem gewissen Stolz in der Stimme.

Als der Italo-Franzose Renaud Marquart Anfang der 90er Jahre nach Aachen kam (wegen einer Frau natürlich), war er noch Musikstudent in Metz (F), hatte aber bereits einige Lehrjahre als Gitarrist in einem französischen Showorchester hinter sich. In Aachen ergriff er dann die Gelegenheit, sein Soloprojekt zu verwirklichen: eigene, eingängige, groovige Songs, die sich ebenso in der Tradition des französischen Chanson-Rock von z.B. H.F. Thiéfaine, Alain Bashung, Jacques Higelin oder Bernard Lavillier wie in der aktuellen internationalen Pop-Musik sehen. So eine Art „French Songwriting“... oder eigentlich Chanson-Rock, wie man schlicht und einfach in Frankreich sagen würde.

Das neue, dritte Album „Ribambelle de matins à Molfetta“ vom Bandmitglied und Gitarristen Martin Rohdich mit Liebe zum Detail produziert, wurde in Aachen im Studio Tor 2 von Tom Engels aufgenommen. Abgemischt wurde in England von Stuart Bruce, in seinem Privatstudio wohlgemerkt. Stuart Bruce, langjähriger Toningenieur von Peter Gabriel in den Real World Studios, hat u.a. für Frankie goes to Hollywood, Yes, De Lucia/Mc Laughlin/Al Di Meola Trio, Loreena Mc Kennit, Maxime Le Forestier, Amadou et Mariam, Salif Keita, Sharon Shannon, Papa Wemba, Manu Katche usw. Platten gemacht.

Anstehende Konzerte:
 01. Februar 2011, 23. internationale Kulturbörse Freiburg a.B., 16h30
 11. Februar 2011, Foyer rural, Bonzée-en-Wœvre (F), 20h30
 12. Februar 2011, Salle Jeanne d’Arc, Lucey (F), 20h30
 17. März 2011, Folk and more, Geneickener Bahnhof, Mönchengladbach, 20h
 15. April 2011, Songwriter Night, Wild Rover, Aachen, 21h
 13. Mai 2011, Culture Café, Eschweiler, 20h
 24. Juni 2011, Atelier Regenbogen, Hauset (B), 20h


Die Songs mit eigenen Worten

 Nr. 1 :  CALORIFÈRE ÉTÉ 2003      WÄRMEBRINGENDER SOMMER 2003
„In Sommer 2003 tobte die Hitzewelle über ganz Europa. Zu den schon dramatischen Ereignisse kam dazu, dass viel zu viele Waldbrände kriminell gelegt wurden. Es gab sogar den Fall von einem jungen Mann, der zur Feuerwehr wollte und nicht genommen wurde. Er hat dann eine Reihe von Bränden gelegt, um sich zu rächen.“    

 Nr. 2 :  LA PRÉDICTION DE PIERRE BOULLE      DIE VORHERSAGE VON PIERRE BOULLE
„Anspielung auf dem Roman « Planet der Affen » (1963) von Pierre Boulle (geb. 1912 in Avignon, gest. 1994 in Paris), wo der Mensch, getrieben von seiner endlosen Macht- und Geldgier sich selbst zerstört hat. An diesem Text habe ich nach dem 11. September 2001 angefangen zu basteln, als ich das Gefühl hatte, ich will mit beiden Protagonisten (den kapitalistischen Supermächten, die über eine beinahe endlose militärischer Gewalt verfügen auf der einen Seite, und den ‚Fast-Einzelkämpfern’, die sich vor nichts fürchten, auch nicht vor dem Selbstopfer auf der anderen Seite) NICHTS zu tun haben! Deswegen in meinem Song der Refrain „Von dem Mensch wende ich mich ab, zu dem Affen kehre ich zurück …“

 Nr. 3 : LES CHARMES DE L’IMPALPABLE     DER CHARME DES UNFÜHLBAREN
„Muss unbedingt im Leben alles punktgenau geregelt, geplant und durchorganisiert sein?... Mmh… Mein Text basiert auf der Dualität der Sätze J’aime l’inconnu (ich liebe das Unbekannte, das Unerlebte, das Ungeplante) und J’aime l’inconnue (ich liebe die Unbekannte, diese schöne Frau, der ich da gerade zufällig begegne… ). Beide Sätze werden auf Französisch gleich ausgesprochen.“

 Nr.4 : TANT DE VERDURE (EN 2004)       SO VIEL GRÜNZEUG (IN 2004)
„Nach unserem Sommer in der Provence während der Hitzewelle (siehe Calorifère Été 2003) sind meine Frau und ich ein Jahr später nach Dänemark gefahren. Zwei Wochen unterwegs mit Zelt, so nach Lust und Laune. Zwei Wochen Regenwetter. Abends in den kalten, feuchten Schlafsack rein, morgens aus dem Schlafsack, der endlich kuschelig geworden war, raus in die kalte, feuchte bzw. nasse dänische Landschaft. Aber es war grün, unendlich grün!“

 Nr. 5 : RIBAMBELLE DE MATINS À MOLFETTA    RINGELREIHEN VON VORMITTAGEN IN MOLFETTA
„Die Geschichte meiner Großeltern, die in den vierziger Jahren aus der Idyllischen Hafenstadt Molfetta (Italien) nach Mulhouse, ins Elsass ausgewandert sind, um dort Arbeit zu finden. Die beiden haben in Frankreich gut gelebt und sind dort gestorben, aber ich habe mich immer gefragt, ob sie nicht lieber nach Molfetta zurückgekehrt wären.“

 Nr. 6 : ROUSSE PARTOUT    ÜBERALL ROTHAARIG
„Hier ist der Titel schon Programm, oder ? Vielleicht wird dieser Song eine Hymne an die Frauen, die noch zu ihrer Körperbehaarung stehen und nicht ständig alles weg rasieren. Also, was meine Wenigkeit betrifft, finde ich Frauen mit u.a. Achselhaaren sehr erotisch! Nur behaarte Beine mag ich nicht so… Keine Angst, so auf Deutsch klingt es vielleicht etwas direkt, in meinem Song geht es aber mehr um Poesie, untermalt vom afrikanisch angehauchten Arrangements!“  

 Nr. 7 : POUR UN SOURIRE ATROPHIÉ    FÜR EIN VERKRÜPPELTES LÄCHELN
„Viele Menschen stehen auf der Straße und betteln um etwas Geld, am Laden- und Museums Eingängen z.B. Immer wieder gebe ich einen Euro oder so, aber immer wieder ertappe ich mich, wie ich diese armen Schweine kaum angucke. Ich werfe etwas in den Hut, drehe mich schnell um und verschwinde direkt. Nun, betteln diese Leute nur um etwas Geld? Glaube ich nicht. Ein paar nette Worte, einen ehrlichen Blickkontakt und ein Lächeln, also menschliche Wärme und das Gefühl, immer noch als ‚würdige’ Lebewesen da zu sein, würden sie bestimmt sehr gerne dankend annehmen.“                                                                                                                  
Nr. 8 : LA VOLUPTÉ DE L’INSTANT
    DIE SINNLICHKEIT DES AUGENBLICKES
„Erotische Poesie?... Schon. Nur Schade, dass sie kein Französisch verstehen!... Es gab nichts vorher und nichts nachher, nur der Augenblick zählte“.

 Nr. 9 : UNE NUIT SOUS TENTE    EINE NACHT IM ZELT
„Impressionistische und humoristische Nachbildung einer Nacht im Zelt, zur zweit beim Regenwetter… Wird es jetzt endlich aufhören zu regnen oder kommt noch ein Sturm auf uns? Genauso unberechenbar und ruhig gleichzeitig steht die Musik da.“

 Nr : 10 : ASSEZ TRAINÉ AU LIT    GENUG IM BETT GETRÖDELT
„Ein Art ‚Arschtritt’ für alle wirklichen oder selbsternannten Künstler, also alle Lebenskünstler, die immer wieder viel zu spät aufstehen und sich dann wünschen, dass sich alles von allein erledigt. Wie der Text selbst, ist auch die Musik humoristisch, mit Ihrem sehr starken Kontrast zwischen jazz-angehauchter Strophe und dem fast mainstreamartigen Refrain...“

 Nr .  11 : DIE BÄCKERIN
„Meine Frau hat mich jahrelang immer wieder gefragt Wer ist denn bitte diese verdammte Bäckerin??!!... Und ich sollte jetzt das Mysterium lüften? Tja, es war eben eine nette Bäckerin! Wieder ein humorvoller Text, unterstützt diesmal von einer peppigen, fast ‚garage-rockigen’ Musik.“

 Nr. 12 : LE SILENCE, L’INSOUCIANCE, LA PROFONDEUR ET LA LANGUEUR                        STILLE, SORGLOSIGKEIT, TIEFSINN UND SEHNSUCHT.
„Alles ändert sich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, alles ist schon vorbei sobald es gekommen ist, aber sie, sie bleiben Jahrtausende beinahe unbekümmert. Du bist jetzt sehr weit weg von mir, aber wenn wir im gleichen Moment in den Himmel gucken, sehen wir sie alle gleich. Ich war mal ein kleiner Mensch, kaum ein paar Jahre alt, und ich konnte genauso wie jetzt, da ich ein alter Mann bin, angucken. Sie, diese kleinen, leuchtenden Punkte namens Sterne.“  

 VERSTECKTES STÜCK : PETITE SOURIS JOLIE    SÜßE KLEINE MAUS
 „Une petite chanson für meine zweite Tochter Léa, geboren am 20 Januar 2009. Meine erste Tochter Fabienne, für die ich aus Frankreich nach Deutschland gekommen bin, ist in 1991 geboren…“

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