Wuppinger & L'Orchestre Europa

Wuppinger & L’Orchestre Europa – Fais Ton Cirque 
Upsolute Records / Pool Music and Media Service GmbH      Veröffentlichung: 22. Oktober 2010

 

 

livetermine:

02. Oktober 2010, 20:00 Kitzingen,  Alte Synagoge
22. Oktober 2010, 20:00 Helmbrechts,  Oberfränkisches Texitlmuseum Kulturwelten
03. November 2010, 20:00 Steinebach am Wörthsee,  Steinebacher
04. November 2010, 20:00 Fürth,  Kulturforum
06. November 2010, 20:00 Hersbruck,  Kick
20. November 2010, 20:00 Bochum,  Kulturrat Bochum


28. Januar 2011, 20:00 Memmingen,  Parterretheater im Künerhaus
29. Januar 2011, 20:00 Sulzbach Rosenberg, Kulturwerksatt
11. Februar 2011, 20:00 Nürnberg,  Hubertussaal

akt. unter: www.orchestre-europa.de/de/index.php



Der Zirkus kommt! Und damit immerwährender Zauber. Manege frei also für ein bestens harmonierendes Vollblüter-Ensemble, das die Romantik, mit der passenden Portion Sehnsucht, durch den Sägespän-Boden der Weltmusik traben und tänzeln lässt. Wuppinger & L’Orchestre Europa bleibt im Bannkreis des fahrenden Volks. Und der Zirkus hat als Zufluchtsort der Freiheiten die Zeiten unbeschadet überstanden. Auch weil sich dort Magie und offener Mund High-Tech-Werten widersetzen. „Fais ton Cirque“ (Upsolute Records) ist das Dutzend Kompositionen übertitelt, das die Vollmundigkeit seines vor drei Jahren erschienenen Vorläufers „Le Grand Rouge“ bestätigt und die Furcht vor dem berüchtigten dritten Album pulverisiert. Der Dressurakt der Virtuosität als leichte Übung – das ist schon ein echtes Kunststück.

Das mit allen Jazz-Wassern gewaschene Sextett, das den grenzenlosen Gipsy-Sound als Emotions-Basis einspeist und swingend auf bezwingend reimt, hat die Zeit zum Selbstfindungsprozess genutzt. „Uns wurde immer wichtiger, die weitverspannten Einflüsse in den eigenen Ausdruck, in Eigenkompositionen münden zu lassen,“ sagt der Gitarrist Frank Wuppinger, der das frankophile „Orchester“ 2003 in Nürnberg gründete und dort auch 2007 für sein Konzept mit einem städtischen Kulturpreis belohnt wurde. Heute gibt das Eigene in der Mehrzahl der Stücke den verführerischen Ton an, auch wenn gegen Ende noch mal die Seelenverwandten Django Reinhardt (mit seinem „Minor Swing“) und Goran Bregovic (wie im finalen „Buba Mara“) herübergrüßen. „Auf dem Rücken der Ameise“ trotzt dieses EU-Orchester der Schwerkraft der Vernunft. Mit Lust, Luft und Laune vereinen Geiger Jörg Widmoser, der sich mit dem Modern String Quartet einen Namen gemacht hat, die Gitarristen Andreas Wiersich und Frank Wuppinger, Akkordeonist Wolfgang Lell, Bassist Alex Bayer und Schlagwerker Roland Duckarm das Beste aus allen Folk-Welten, verbrüdern einen „Irish Dance“ mit einem armenischen Traditional („Aygiz“). Es ist diese Leichtfüßigkeit, die alles so spielerisch zu flimmernden Reiseberichten verbindet und die dem Ganzen die Aura beiläufiger Straßenmusik gibt: Die Flugbahn durch die Zirkuskuppel wird zur Reiseroute durch die Welt der schwerelosen Idee.

Ein Kritiker hat Wuppinger & L’Orchestre Europa als Deutschlands ultimative Antwort auf die französische Kultgruppe Bratsch verglichen. Es gibt mit Sicherheit schlimmere Vergleiche für ein Ensemble, das vormacht wie ein EU-Stabilitätspakt in der Wirklichkeit wirken könnte. Zumindest musikalisch. Dieser Wanderzirkus ist ein Wunderzirkus. Man glaubt dran.