Jacques Schwarz-Bart - Abyss
EmArcy 06007 530 8078 / Universal Veröffentlichung: 13. Februar 2009
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Tourdaten: 12.03. - 05.04.2009
“…. JSB goes further in this journey of discovery, as if he felt free to broaden the
framework of the alliance between Jazz and Gwoka music.”
Anne Chepeau | France Info
“Abyss is an excellent album. Full of crative sweetness, melancholy and serenity. It is comprised of 12 originals that are truly original… The leader’s tone is remarkably dense, and his phrasing is impeccable!”
François René Simon | Jazz Magazine
Musiker: Jacques Schwarz-Bart - tenor sax / Milan Milanovic - piano & keyboards / Hervé Samb - electric & acoustic guitars / Reggie Washington & Thierry Fanfant - basses / Sonny Troupé - markè drums, percussion & backing vocals / Olivier Juste - boula drums, percussion & backing vocals / Special Guests: Simone Schwarz-Bart - voice & poetry (“Simone”) / John Scofield - guitar (“Abyss”) / Elisabeth Kontomanou - vocal (“Abyss”) / Stephanie McKay - vocal (“Big Blue”) / Guy Conquet - vocal (“An Ba Mango La”)
Songs: Pan Ga To / Abyss / Dlo Pann / Nubian / Big Blue / Mendé Chiraj / André / Simone / Dlo Chayé / Motoyo / After She Left / An Ba Mango La
Mit “Abyss” schlägt der Saxophonist Jacques Schwarz-Bart nach seinem großartigen Debütalbum “Soné Ka La” ein neues Kapitel auf. Als “Soné Ka La” im November 2006 herauskam, wurde das Album von Kritikern in aller Welt überschwenglich gelobt. Mit “Abyss” führt einen der Saxophonist nun noch weiter und tiefer ins Herz seiner faszinierend mysteriösen Klangwelt hinein. Eine Klangwelt, in der Schwarz-Bart den Jazz seiner Wahlheimat New York mit der traditionellen Gwoka-Musik seiner Geburtsstätte Guadeloupe vermählt. Beide Musiken verbindet, daß sie ihre kulturellen Wurzeln in Afrika haben. Und Jacques Schwarz-Bart verknüpft und verschlingt diese Wurzeln in seiner kraftvollen Musik zu einem einzigen Strang.
Jacques Schwarz-Bart ist in mehrererlei Hinsicht ein ungewöhnlicher Künstler. Nicht alltäglich ist zum Beispiel, daß ein solch hochtalentierter Musiker trotz Aufnahmen mit Giovanni Hidalgo, James Hurt, Bob Moses, Soulive, Me’Shell NdegéOcello, Roy Hargroves RH Factor und Eric Benet zehn Jahre lang weitgehend unbekannt blieb und erst mit 44 Jahren so richtig ins Rampenlicht treten konnte. Allerdings, soviel muß man einräumen, war Schwarz-Bart auch nicht gerade ein musikalischer Frühstarter: Zwar bekam er schon als Vierjähriger seine erste Gwoka-Trommel geschenkt und lernte als Jugendlicher autodidaktisch auch noch Gitarre. Doch so richtig schlich sich die Musik erst durch eine Hintertüre wieder in sein Leben ein, als dieses schon andere Bahnen annahm. Nach einem Studium der Politischen Wissenschaften an einer angesehenen Verwaltungsakademie in Guadeloupe zog Jacques nach Paris, um dort einen Job als Assistent eines Senators anzunehmen. Damals war er 24 Jahre alt und schien seinen Weg zu beruflichem Erfolg gefunden zu haben. Doch dann entdeckte er bei einem Freund ein Tenorsaxophon, probierte es aus und infizierte sich so richtig mit dem musikalischen Virus. Drei Jahre lang übte er in jeder freien Minute, die ihm seine Arbeit ließ, spielte sich Finger und Lippen wund. Dann warf er den sicheren Job hin, um sich am Berklee College of Music in Boston das Rüstzeug für seine zweite Karriere zu holen.
So einzigartig wie sein musikalischer Werdegang ist auch sein familiärer und soziokultureller Background: Geboren wurde Jacques Schwarz-Bart am 22. Dezember 1962 in einer Vorstadt von Pointe-à-Pitre/Guadeloupe. Sowohl sein mittlerweile verstorbener französischer Vater André, der 1959 den Prix Goncourt für sein Buch “Le Dernier des Justes” erhielt, als auch seine schwarze guadeloupische Mutter Simone waren Schrifsteller. Aufgewachsen ist Jacques wechselweise in Guadeloupe und der Schweiz. Dank seiner Eltern, die sich in ihren Büchern ausführlich mit der Geschichte der Karibik auseinandersetzten, erfuhr Jacques schon sehr früh viel über seine kulturellen Wurzeln. Und durch seinen Vater, der polnisch-jüdische Ahnen hatte, lernte er früh die Bedeutung von Disziplin, Bescheidenheit, Willenskraft und Unnachgiebigkeit kennen.
Zwei Stücke von “Abyss” hat Jacques Schwarz-Bart seinen Eltern gewidmet: in “André” läßt er seinem 2006 gestorbenen Vater eine zutiefst spirituelle Botschaft zukommen. Begleitet wird der Saxophonist hier von spartanischen Einwürfen des Pianisten Milan Milanovic. “Simone” wiederum beginnt mit einem Gedicht, das von Jacques’ Mutter in kreolischem Dialekt verfaßt wurde und von ihr selbst über die Melodielinien des singenden Tenorsaxophons rezitiert wird. Danach übernimmt Gitarrist Hervé Samb mit entspannten, schwingenden Licks das Ruder, bevor die Perkussionisten Sonny Troupé und Olivier Juste mit subtilen Rhythmen sowie Reggie Washington mit seinem Baß ein groovendes Fundament für ein weiteres schimmerndes, geschmeidiges Solo des Bandleaders legen.
Multikulturelle Vielfalt (ein Mosaik aus unterschiedlichen Identitäten) ist auch das Fundament der Gruppe, die man auf “Abyss” hören kann. Einen Schlagzeuger, wie er im Jazz eigentlich üblich ist, gibt es nicht, dafür aber zwei Perkussionisten aus Guadeloupe: Olivier Juste gibt auf einer Boula-Trommel den grundlegenden Rhythmus vor, den Sonny Troupé mit einer höher gestimmten Markè-Trommel zum Tanzen bringt. Troupé ist ein wirklicher Virtuose, der mit seinen höllisch vertrackten Rhythmen viele Schlagzeuger verblüfft.
An den Keyboards sitzt der aus Belgrad stammende Milan Milanovic, der häufig mit Schwarz-Bart in New York auftritt. Milan verbindet in seinem Spiel harmonische Sicherheit mit dem richtigen Feeling für die Funktionen eines Begleiters und einem Sinn für unaufdringliche Solistik. Er ist ein Pianist, von dem man in Zukunft sicherlich noch einiges hören wird.
Der außerordentliche Gitarrist Hervé Samb kommt aus dem Senegal. Er gibt der Musik dieser Band einen bluesigen Anstrich, der mit exotischen Akzenten eines “anderen” Afrika versetzt ist. Daß er auch auf der Akustikgitarre einen wahrer Meister seines Faches ist, beweist Samb mit elegantem Spiel in dem Stück “Nubian”.
Ein Neuling in der Band ist Bassist Reggie Washington, den Jacques durch die gemeinsame Arbeit in Roy Hargroves HipHop/NuSoul/Jazz-Projekt RH Factor kennenlernte. Reggie paßt perfekt in Schwartz-Barts musikalisches Konzept und fungiert als Bindeglied zwischen den beiden Pekussionisten und dem Rest der Band.
Der zweite Bassist, den man auf diesem Album hören kann, ist Thierry Fanfant, ein Abkömmling einer der bedeutendsten Musikerdynastien der französischen Antillen. Mit seinem knackigen E-Baß ist er in zunächst in “Big Blue” und “Motoyo” zu hören, als Kontrabassist dann auch noch in “After She Left”.
Wie schon bei seinem ersten Opus “Soné Ka La” präsentiert Jacques Schwarz-Bart auf “Abyss” auch wieder ein paar Gäste: der Gitarrist John Scofield und die Sängerin Elisabeth Kontomanou setzen sich im Titelstück des Albums in Szene; Vokalistin Stephanie McKay, die auch schon auf “Soné Ka La” mitwirkte und wie Schwarz-Bart Mitglied von Roy Hargroves RH Factor war, brilliert in “Big Blue”; und dann ist da noch der legendäre Gwonka-Sänger Guy Conquet, der mit “An Ba Mango La” das Album wundervoll beendet.
www.brotherjacques.com http://www.myspace.com/gwoka