Alev Lenz

Alev Lenz - Storytelling Piano Playing Fräulein
(My Own Record Company/Groove Attack - Rough Trade)
Veröffentlichung: 13. Februar 2009
Prod.: Don Philippe (Freundeskreis)
Prod. New York: Fabulous Fab

Videolink 'Guys with guitars'

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...Eine Songwriterin und Sängerin die es mit ‚allen’ aufnehmen kann. Kraftvoll und variabel...

In New York ist das Debutalbum der 26-jährigen deutsch-türkischen Singer/Songwriterin Alev Lenz entstanden. “Storytelling Piano Playing Fräulein” ist ein imaginäres Gespräch zwischen zwei besten Freunden – einer Frau und einem Piano, beide danach bestrebt, ihren Weg zu finden. Alev Lenz, die Frau mit der orientalischen Seele, okzidentalischem Gemüt und kosmopolitischen Visionen, malt mit ihrer klaren Stimme eindringliche, farbenfrohe Bilder und singt 1000 und eine Geschichte – Geschichten eines anteilnehmenden Menschen, der hofft zu finden wonach alle suchen: die Liebe.

„Ich begann schon sehr früh mit dem Klavierspielen,” erinnert sich Alev Lenz (deren türkischer Name übersetzt ‚Flamme’ bedeutet): „Mein erster Klavierlehrer hat mir gezeigt, wie man Geschichten auf dem Klavier erzählen kann und ließ mich improvisieren. Er brachte mir bei, wie man Emotionen in Klänge übersetzt, das bereitete mir schon damals große Freude. Später wollte ich mich einfach nur frei entfalten können, machte Krach und schrie, doch irgendwann wollte ich Klaviersongs in mein Rockband-Repertoire aufnehmen.”

Das war der Zeitpunkt, an dem deutlich wurde, dass Alev von ihrem Rockstar-Leben Abschied nehmen und einen neuen Anfang machen musste - gemeinsam mit ihrem Piano. Die Metamorphose vom Frontmädchen zu einer erwachsenen Frau, die freigiebig ihr Lieblingsinstrument, das Klavier, spielt und jede Menge Geschichten zu erzählen hat, hatte begonnen.

Alev erinnert sich: “Inspiriert von einem deutschen Comedian, der nach New York gegangen ist, um dort bei Open-Mike-Sessions mitzumachen, habe ich beschlossen, das auch zu tun. Ich bin in ein Flugzeug gestiegen und sechs Wochen geblieben. Ich habe gesungen, gespielt, geliebt und gelebt. Seitdem komme ich, wann immer ich kann, nach New York zurück."

Wie ein Schwamm sog Alev neue Eindrücke auf und nahm ihre neue Umgebung mit der Begeisterung eines Menschen an, der seinen Platz gefunden hat. So passierte, worauf sie am allermeisten gehofft hatte: Geschichten wurden zu Songs und Songs, die zu Geschichten wurden, strömten aus ihr heraus: Ihr Soloalbum nahm Gestalt an.

“Während des Hin- und Herpendelns zwischen Deutschland und meinem geliebten New York habe ich einen Produzenten in Berlin gefunden, und später auch noch einen Co-Produzenten in New York. Mit denen habe ich angefangen zu arbeiten, und das neue Material bei mehreren Auftritten vor Publikum ausprobiert. Ich habe auch andere Künstler gesehen, und die mich, und daraus habe ich viel gelernt. Ich habe Konzerte von Künstlern wie Regina Spektor und Randy Newman besucht - Menschen, die wie ich Geschichten am Klavier erzählen. Und als ich Randy Newman sah, da wusste ich: ‚Ich kann singen und spielen und damit die Leute unterhalten. Überall! Wie es mir gefällt. Es ist möglich! Es gibt jede Menge Leute, die das machen, und es gibt sogar noch mehr Leute, denen das gefällt.’ Das war der Moment, in dem ich anfing, noch mehr Konzerte zu bestreiten, mein Songwriting zu verfeinern und komplett neue Songs zu schreiben.“

Eines Donnerstag abends, als Alev bei ihrem wöchentlichen Gig in einer kleinen Bar im Greenwich Village eintraf, fragte die Besitzerin: “So, jetzt erklär’ mir mal... Was machst du eigentlich genau?” Alev erwiderte: „Ich erzähle Stories.” - „Aha, und du spielst Klavier... also bist du eine ‘storytelling, piano playing’... was??? Deutsche?” - “Ja,” gab Alev zurück, und die Frau posaunte: „Also bist du ein Fräulein! Ein ‘Storytelling, Piano Playing Fräulein’”. So kam Alev zu ihrer neuen Identität und dem Namen, der später der Titel ihres Albums werden sollte. Der Kreis schloss sich, alles begann, Sinn zu machen.

Das Album findet mit dem dunklen, tief empfundenen Song „Breathe“ seinen Anfang. Einem Song, der keine Fragen beantwortet, sondern sie stattdessen auf ergreifende Weise aufwirft; sanft getragen von einem feinen Streicherarrangement beginnt das Album dort, wo es auch sein Ende findet: Zwischen den Zeilen.

“Guys With Guitars” ist eine direkte und ehrliche Hommage an jene Liebhaber, die kommen und gehen, wie der Wind sie trägt. Inspirierend und inspiriert, gleichermaßen geeignet und ungeeignet für die große Liebe - die perfekten Partner für das heißblütige Piano Playing Fräulein. Theatralik und Dramatik treffen auf Rationalität, während Alevs Hände auf dem Piano spielen, ihre klare, schöne Stimme im dazwischenliegenden Raum schwingt und all ihre Emotionen, die diesen füllen, reflektiert, „I wish I wasn’t scared so easily,“ bekennt Alev, begleitet von einem satten Kontrabass, der die tiefsten Saiten streicht und die Seele im Nachhall vibrieren lässt.

„Smile“ ist eine melancholische Betrachtung über das Streben nach Glück. Ein schöner Augenblick, der sich im nächsten Moment in eine Tragödie verwandelt. Oder war es anders herum? Eine simple, aber kraftvolle Verschiebung der Wahrnehmung… Vier Cellos sägen sich, im Kontrast zu den sanft perlenden Tasten des Pianos stehend, ins Bewusstsein, und Alevs Stimme beschwört die traurigsten Gefühle hinauf, doch wandeln sich diese in eine sanfte Bekenntnis, die tröstet.

Es begann alles mit dem Abflug von “Flight 1701” – ein Flug ins Ungewisse. Und eigentlich eine metaphorische Erfahrung, denn „1701“ ist ihr Geburtsdatum und Alev selbst das Flugzeug. Geschichten über neue Möglichkeiten und versäumte Gelegenheiten wirbeln durch die Luft.

Alevs funkensprühende Texte und Arrangements treffen auf klassische Einflüsse und New Yorker Songwriter Flair. In schwarz-weiß gekleidet schwingen sie und ihr Klavier in perfekter Harmonie; zusammen klingen sie gleichzeitig gewaltig und unschuldig. Ihre eindringliche Stimme ist vielseitig und erinnert an Sängerinnen wie Beth Gibbons, Tori Amos oder Fiona Apple.

„Storytelling Piano Playing Fräulein” ist die wahre Geschichte einer Frau, die sich selbst treu bleibt. Indem sie ihr Leben lebt, wie sie es leben möchte, es in all seinen Facetten bejaht und ihre Geschichten erzählt, erschließt sich Alev Lenz ihren eigenen Weg. Ein bisschen kapriziös, ein bisschen kokett, bewegt sich Alev, zwischen Orten, Emotionen und Identitäten. Es ist ein freimütiges, offenes und ausgesprochen aufrichtiges Debüt einer unabhängigen, “Storytelling Piano Playing“ Künstlerin, die dort hingeht, wo sie hin möchte und hingehört und die Zuhörer, begierig darauf, mehr zu hören zu bekommen, erstaunt zurücklässt. Doch ganz gleich, wohin es Alev auf der Suche nach Emotionen und der Reise mit den Gefühlen verschlägt, die ergriffene Hörerschaft wird mit ihr reisen -- und ihrem Piano.

Mit weitäugiger Neugier streckt sich die Sängerin nach der Welt aus. Dieses natürliche Talent gibt dem Fräulein sein spezielles Flair.