Antonia Hausmann – Why

Antonia Hausmann fragt WHY – und macht aus einem Warum ein Wir

 Keine klassische Bigband-Platte sondern eine – auch mit Gesang: Antonia Hausmann verbindet Musik und persönliche Texte zu einem facettenreichen Album

Knapp 5 Jahre nach ihrem Debütalbum (Teleidoscope 2022) geht die Komponistin und Posaunistin aus Leipzig auf eine facettenreiche Expedition, die das vielleicht grundsätzlichste Fragewort überhaupt umkreist: Warum.?!

WHY – ohne Punkt – ohne Fragezeichen – ohne Ausrufezeichen. Stattdessen WHY als Statement – als Haltung, die keine selbstverliebte Gewissheit kennt – als Forscherdrang, der am Ende Verbindungen sichtbar macht – als Hoffnung, dass man gemeinsam die Angst besiegen und aus dem Warum ein Wir werden kann.

Mit einem großen Wir-Gefühl eröffnet eine eigens für WHY ausgewählte und hochkarätig besetzte Bigband das Album eindringlich. „Mir war es wichtig, dass viele Menschen mitspielen, die meine musikalische Entwicklung der letzten Jahre geprägt haben.“ So finden sich u.a. Namen wie Robert Lucaciu am Kontrabass, Fabia Mantwill am Saxophon, Johannes Bigge am Klavier und die langjährige Freundin und Kollegin Wencke Wollny (Karl die Große) am Gesang unter den Mitspieler*innen. Malte Schiller und Johannes Moritz haben Antonia Hausmanns Kompositionen für diesen sehr persönlichen Klangkörper arrangiert.

„Lausche“ heißt dieses erste Bigband-Stück und es ist eine Widmung an den höchsten Berg des Zittauer Gebirges. Der Name ist eine wortverspielte Aufforderung den Widerhall eines bedrückenden Gefühls nachzulauschen; ein Gefühl das einen beschleicht, wenn in Beziehungen keine Fragen mehr gestellt werden. Aus einem kleinen melodischen Suchspiel formt sich mit großer Leichtigkeit eine komplexe, hochgeschichtete, sinfonische Klangwelle. Alles verbunden von einem vertonten Gedicht, das mit der befreienden Zeile endet: „Was wär‘, wenn außer Angst was andres wär?“

Doch WHY ist keine klassische Bigband-Platte. Antonia Hausmann präsentiert hier eine breite Spannweite an Ausdrucksformen und Formaten des zeitgenössischen Jazz. So spielt sie in „Segelboote“ im Duo mit dem Leipziger Gitarrenprofessor Werner Neumann die perkussive Kraft ihres Posaunensounds aus. Gesang und freie Improvisation zu zweit mit dem Sänger Andrei Vesa gehören ebenso zum Artikulationsrepertoire wie das seit „Teleidoscope“ etablierte basslose Jazz-Quartett. Beim finalen Stück „Two Ghost“ hat sich Antonia Hausmann mit dem Feature der israelisch-deutschen Sängerin Efrat Alony einen Herzenswunsch erfüllt: „Seit ich sie zusammen mit dem Sunday Night Orchestra von Ed Partyka gehört habe, hat Efrat für mich ein Klangvorbild geprägt, wie ich eine Sängerin vor einer Bigband empfinde.“ Alle Texte auf WHY hat Antonia Hausmann selbst geschrieben und im Stück Hibernate ist sie auch als Sängerin zu hören. Den klanglichen roten Faden hat André Karius geschaffen, der das gesamte Album aufgenommen und produziert hat.

WHY…Warum sollte man heute, in Zeiten von KI und schwindenden Einnahmen noch ein solch aufwendiges Jazz-Album veröffentlichen? Weil man viel zu erzählen hat. Weil man mit seinen vielen Warums nicht im stillen Kämmerlein bleiben möchte. Weil man hinterfragen und unter die Oberfläche schauen möchte. Weil man einen Kern freilegen möchte – auch wenn es wehtut. Weil man sich verbinden möchte.

Antonia Hausmann wurde 1990 geboren. Ihr Studium absolvierte sie in Dresden, Leipzig und Luzern. Mit Selbstverständnis ist die vielbeschäftigte Posaunistin in den Welten verschiedener Musikrichtungen zuhause. Seit 9 Jahren gehört sie zur Band von Clueso. Mit Wencke Wollny alias „Karl die Große“ spielt sie seit 15 Jahren im gleichnamiger Band, bildet mit ihr den Bläsersatz der Songwriterin Dota Kehr und zusammen moderieren sie die Sendung „Mixtape“ auf MDR Kultur. Zum 100. Geburtstag von Jutta Hipp gestaltete sie zusammen mit Regisseurin Patricia Hoffmann ein Theaterstück zur Biografie dieser beeindruckenden Künstlerinnenpersönlichkeit. Sie arbeitet mit dem Schriftsteller Martin Beyer und betreibt Duos mit dem Vibraphonisten Volker Heuken und Gitarristen Werner Neumann. Außerdem war sie drei Jahre in der Studioband „Gloria“ von Klaas Heufer-Umlauf in der TV-Show „Late Night Berlin“ und für ein paar Shows als Sub in der Brass-Section von Nina Chuba. Man findet ihre Credits auf Tracks von De-Phazz, Sarah Lesch und Wooden Peak. Neben der intensiven Arbeit mit ihrem eigenen Quartett hat sie ihre Tätigkeit als Bigband-Leiterin in den letzten Jahren deutschlandweit und in der Schweiz stetig ausgebaut. 2022 war sie für den Deutschen Jazzpreis nominiert.

Antonia Hausmann

Owl Way Records   LC101796    4068992810461

Vertrieb: owlwayrecords.bandcamp.com/

 

VÖ: 27.1.2027

Fotos I Cover