Jeff Denson Quartet – Concentric Circles

Jeff Denson Quartet – Concentric Circles

Ridgeway Records / EAN 61689238664 /  Vertrieb: Galileo MC /

Veröffentlichung: 16. September 2016                  Konzerte sind für Anfang 2017 in Plannung

 

Jeff Denson Quartet-Concentric Circles EPK   Videolink

 

Bassist, Komponist und Sänger Jeff Denson, gibt seinem sich immer weiter ausdehnenden kreativen Universum eine neue Richtung. Densons Gesangsstimme ist nur auf zwei Titeln präsent, aber sein Kompositionstil ist geprägt von einer tiefen Verbindung zur Stimme, einer lyrischen Empfindsamkeit, die sich in seiner Arbeit mit dem Bogen und den fließenden Pizzicato-Läufen manifestiert.

“Von antreibendem Viertelnotenswing zu celloartig gestrichenen Melodien und interaktivem Kontrapunkt, Denson ist immer überraschend und inspirierend!”—Lee Konitz

Der Bassist, Komponist, Sänger und Bandleader hat, seit er sich im Großraum San Francisco niederließ, eine Serie erstaunlicher Musik hervorgebracht. Er erforschte verschachtelte, harmonische Klanglandschaften mit der Formation Electreo, zusammen mit Schlagzeuger Allan Hall und dem Fagott und Elektronik Virtuosen Paul Hanson. Sein breitestes Publikum erreichte er in der Zusammenarbeit mit dem legendären, und mittlerweile über achtzigjährigen Lee Konitz auf The Jeff Denson Trio + Lee Konitz (2015). Sein neues Album Concentric Circles vereint die Besetzungen von Electreo und dem Jeff Denson Trio zu einem erstaunlich originellen Quartett.

Mit Electreo‘s Hanson und Hall und dem Pianisten Dan Zemelman, wurde Concentric Circles ein sein akustisches Projekt mit Fokus auf die wohl durchdachten Kompositionen des Bassisten. Densons Gesangsstimme ist nur auf zwei Titeln präsent, aber sein Kompositionstil ist geprägt von einer tiefen Verbindung zur Stimme, einer lyrischen Empfindsamkeit, die sich in seiner Arbeit mit dem Bogen und den fließenden Pizzicato-Läufen manifestiert. Obwohl die Besetzung eine Kombination zweier bestehender Bands darstellt, sieht Denson Concentric Circles als ein Werk, das eine andere kreative Domäne umfasst, indem es auf dem komplexen Kammerjazz seines 2012 erschienenen Albums Secret World mit Trompeter Ralph Alessi, Schlagzeuger Dan Weiss und dem Pianisten Florian Weber (seinem Mitstreiter im Kollektivtrio Minsarah) aufbaut.

“Ich begann mit dem Konzept, diese beiden Gruppen zu vereinen, das ist damit das erste Paar von Kreisen”, sagt Denson mit Hinblick auf den Albumtitel. “Und ich schreibe Musik mit ineinandergreifenden Melodien, wie die Räder eines Uhrwerkes, Themen die den kontinuierlichen Wandel und die Welt, in der wir leben erkunden. Es ist tatsächlich eine Fortsetzung von Secret World. Diese Stücke sind nicht einfache lead-sheet Kompositionen. Die Formen sind ziemlich komplex, mit vielen durchkomponierten Teilen und Zweitstimmen sowie improvisierten Abschnitten in Verbindung mit den Themenkreisen unter deren Einfluss ich stehe: Jazz, freie Improvisation, Kammermusik, und die zentrale Bedeutung der Stimme.”

Gekennzeichnet durch schnelle Bewegung und lebhaften Einsatz, eröffnet “City Life” das Album. Ein Stück, inspiriert von der unermüdlichen Dynamik der New Yorker U-Bahn - eine abstrakte, pulsierende Verkörperung der Großstadterfahrung. Angetrieben von Zemelmans schneller linker Hand dient “Anticipation” als Paradebeispiel für Densons Gabe ausgedehnte Melodien zu fertigen. Die Musiker navigieren die lange Form und unerwartete Akkordfolge mit anmutender Leichtigkeit und so klingt dieses hoch anspruchsvolle Stück wie ein vielgespielter Jazz Standard.

Es ist ein besonderes Vergnügen wie Denson und Hanson ihre üppigen Sounds vermischen. In “A Thought That Lingers” ist es oft unmöglich zwischen dem Doppelrohrblatt und dem gestrichenen Bass zu unterscheiden während sich dieses episodenhafte und multi-metrische Werk von den reichen Harmonien der Einleitung zu dem zerklüfteten, beinahe atonalen, Mittelteil fortbewegt um mit einer Rückkehr zu behaglicher Tonalität zu enden. Wie Electreo, sieht Denson das J.D Quartett als ein Forum, um Hansons Können zu erforschen und auszuloten. “Gleich nachdem ich ihn kennengelernt habe, habe ich Electreo zusammengestellt und wir haben dann angefangen eine Reihe ganz unterschiedlicher Gigs zu spielen”, sagt er. “Paul ist nicht nur ein Hypervirtuose sondern wohl auch der weltbeste Improvisator am Fagott.”

Densons gestaltende Kreativitätsquelle, die Stimme, rückt in “Wishing Well”, einer sanft flehenden Kammerjazz Fassung, die hier als offener Brief an einen engen Freund dient, in den Vordergrund. Auf “Once the Door Opens” kommt seine Stimme auf ganz andere Art zum Einsatz. In dem bestechenden Stück schreitet Densons geschmeidiger Bass in einem anderen Taktmaß als die wortlose Gesangsstimme voran. Das Lied, eine spirituell geladene Reise, schwillt zu einem exquisit verwobenen Tanz zwischen Bass, Gesang, und Fagott an. “Time Waits for No One”, obwohl ursprünglich als Gesangsnummer geplant, wurde ein Instrumentalstück in dem Denson die melancholische, nahezu grüblerische Melodie streicht.

Den Abschluss des Albums bildet Duke Ellingtons klassisches Klagelied “I’ve Got It Bad”. Es ist eine kleines Solo-Bass (Glanz)Stück, ausnahmslos mit Flageolettönen gespielt. Solch eine Übung ist die Konsequenz aus Densons unablässigem Streben, den Bass in neues Territorium zu führen. “Ich wollte mal sehen, was ich machen kann, um den Bass wie ein Harmonieinstrument klingen zu lassen” sagt er. “Man kann den Bass klingen lassen wie eine Flöte oder Engelsgesang, niemand käme auf die Idee, dass es aus dieser gigantischen Holzkiste kommt.”

Zweifelsohne, Denson schreibt anspruchsvolle Musik. Die sagenhafte Kohärenz und das fesselnde Zusammenspiel auf Concentric Circles ist Beleg für die umfassenden Fähigkeiten dieser Musiker. Zemelman ist “ein sehr kreativer und sehr musikalischer Spieler mit einem starken Interesse an straight-ahead Jazz,” sagt Denson. “Aber er ist auch offen für anderes und ein hervorragender Blattspieler. Ein excellenter melodischer Improvisateur, der mit seinem klassischen Hintergrund eine Brücke schlagen kann, zwischen den verschiedenen Klangwelten, an denen ich so interessiert bin. Und Alan ist der Hammer, ein mega kreativer Typ. Er ist ein fantastischer bildender Künstler und macht mixed-media Werke, die Fotografie und Fundgegenstände vereinen. Und natürlich ist er ein virtuoser Schlagzeuger, mit erstaunlicher rhythmischer Kontrolle und unglaublicher Energie die er in einer Gruppe einbringen kann.”

Mit Concentric Circles dehnt Denson Ridgways Möglichkeiten weiter aus und schlägt Brücken zwischen den Künstlern, Studenten und der Zuhörerschaft. “Um die Musik unter die Leute zu bringen” sagt er. “Es ist ein Medium für Musik die sonst in all dem Schrott der Massenkultur untergeht.”

www.jeffdenson.com    

 

Denson, geboren am 20. Dezember 1976 in Arlington, Virginia, wuchs im Umkreis Washinton DCs auf. Er spielte Altsaxofon von der dritten Klasse an, was er aber in der Mittelstufe aufgab, aber die Musik hatte ihn bald darauf wieder als Schulfreunde ihn als Sänger für Rockbands verpflichteten. Als eine dieser Gruppen nochdazu einen Bassisten brauchten, übernahm er auch diese Rolle und es dauerte nicht lange bis er die Götterwelt der E-Bassisten in Jazz und Funk entdeckte. “Bassisten wie Jaco, Bootsy Collins und Stanley Clarke waren mein Einstieg,” erinnert sich Denson. “Die virtuosen E-Bässe der Fusionmusic  haben für mich die Tür zum Jazz aufgestoßen.” Die Musik von Miles Davis führte ihn dann zum Kontrabass, aber es war Mingus, der ihn inspirierte, den Fender an den Nagel zu hängen. “Auf ‘Haitian Fight Song’, spielt er diese unglaubliche Einleitung. Das war der entscheidende Moment.” sagt Denson. “Es war mir klar dass ich solche Klänge nie auf dem E-Bass hervorbringen könnte.”

Obwohl ihm angeboten wurde im Rahmen eines Stipendiums bildende Kunst an der renommierten Corcorian School of Arts in DC zu studieren, entschied sich Denson an der Virginia Commonwealth University zu immatrikulieren, wo seine Liebe zur Musik allmählich sein Interesse an Malerei und Photographie überschritt. Zeitgleich studierte er Jazz, Musiktheorie und Blattspiel am Northern Virginia Community College und verdiente seinen Unterhalt als freischaffender Musiker mit dem Spielen von Jazz, Orchestermusik, Rock Covers und als Leiter seiner eigenen Funk Combo als Bassist und Sänger im Grossraum DCs. Kurz nach Erhalt eines Stipendiums zum Berkelee College of Music machte er Bekanntschaft mit dem deutschen Pianisten Florian Weber und dem israelischen Schlagzeuger Ziv Ravitz, zwei Kommilitonen, mit denen der Minsarah gründete. Das Kollektivtrio veröffentlichte sein Debütalbum auf Hubermusic und schob 2006 ein gleichnamiges, von der Kritik gefeiertes Album auf Enja Records nach. Neben internationalen Konzerttourneen mit dieser Gruppe schaffte Denson es, eine rigorose akademische Karriere zu verfolgen.