Samuel Rohrer - Noreia

 Samuel Rohrer - NOREIA                         Veröffentlichung: 5. Oktober 2012
 w/ Claudio Puntin Peter Herbert Skuli Sverrisson

arjunamusic/ NRW – D/ Lotus - A / harmonia mundi - CH

Presseinfo als PDF

NOREIA ist das musikalische Dokument einer neuen Begegnung von Rock und Jazz, von Komposition und Improvisation - Das Einfache, das schwer zu machen ist

 Live:
16.10. Kloster Irsee D Im Rahmen des Festivals Tonspuren
17.10. Kloster Irsee D Im Rahmen des Festivals Tonspuren
18.10. Unterfahrt, München D
19.-21.
in Vorbereitung
22.10. Stockwerk, Graz A
23.10. Moods, Zürich CH
24.10. La Guinguette, Vevey CH
25.10. La Guinguette, Vevey CH
26.10. La Guinguette, Vevey CH
27.10. La Guinguette, Vevey CH
28.10. Bee Flat PROGR, Bern CH
29.10. Jazzclub, Karlsruhe D
30.10. Cavete, Marburg D
31.10. Paradox, Tilburg NL

 

Mit NOREIA veröffentlicht der Schlagzeuger Samuel Rohrer das Debütalbum seines eigenen Labels arjunamusic. Der seit 2003 in Berlin lebende Schweizer ist durch die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Künstlern, wie etwa Wolfert Brederode, Colin Vallon, Malcolm Braff, Daniel Erdmann, Charles Gayle, Frank Möbus, Vincent Courtois, Markus Stockhausen oder der Sängerin Susanne Abbuehl bekannt geworden. Durch zahlreiche Aufnahmen, unter anderem für das renommierte Label ECM, ist das künstlerische Schaffen verschiedener Besetzungen bereits dokumentiert.

Samuel Rohrer ist mittlerweile ein weit gereister und gefragter Musiker. Mit seinem filigranen und facettenreichen Spiel trumpft er niemals laut auf und wirkt nie autoritär. Für ihn zählt das Bandkonzept und wie man ihm mit wacher und sensibler Präsenz zu seinem Flow verhilft. Aufdringlichkeit, das Hämmern von Pattern oder das Insistieren auf Routiniertem sind ihm fremd. Behutsam und durchaus auch im Rockgestus bewegt er sich in einem Groove, den er immer neu ziseliert und vorantreibt. Neben seiner Rolle als Sideman arbeitet Samuel Rohrer schon lange an eigenen Soundvorstellungen. Sehr melodiöse Songs ohne Worte bewegt er dazu in seinem Kopf. Vielfach wendet er sie um und um, bis er ihr Eigenleben spürt, das ihm im wahrsten Sinne des Wortes vorgeschwebt hatte. Zwischen euphorischem Überschwang und melancholischer Nachdenklichkeit changieren seine Kompositionen. Wer hier fragt, ob das Rock, Jazz oder gar imaginäre Folklore ist, wird dieser Musik nicht gerecht. Durch sie emanzipiert sich Samuel Rohrer nun zum Bandleader.

Mit Klarinettist Claudio Puntin (Fred Frith, Dave Liebman, Hermeto Pascoal, World Clarinet Quartet, u. a.) und Kontrabassist Peter Herbert (Art Blakeys Jazzmessengers, Vienna Art Orchestra, Steve Lacy, Paul Simon u. a.) hatte er 2005 schon das betörende Album NOLIA veröffentlicht. Nun geht Rohrer auf dem eigenen Label arjunamusic den konsequenten nächsten Schritt zur Weiterentwicklung seiner Musik. Hierfür lud er den in New York lebenden Isländer Skúli Sverrisson (Alas No Axis, Laurie Anderson, Jon Hassell, Arto Lindsey, David Sylvian u.a.) als Vierten ins französische Studio La Buissonne ein, und formte aus dem so entstandenen Quartett eine Besetzung, die faszinierende und neuartige Klangspektren entstehen lässt.

Mit seinem sechssaitigen Baritonbass legt Skúli Sverrisson ein tiefes Fundament und öffnet gleichzeitig Türen ins Offene. Im dichten Gespinst mit Peter Herberts Kontrabass werden die Stücke geerdet und die Musik bekommt auf entspannte Weise einen tiefen Grund und Bodenhaftung. Von dort steigt Claudio Puntins wundervoller Klarinettenklang empor. Seine schmeichlerischen und sehr beseelten Melodielinien strahlen warm und fügen sich organisch ein. Dieses nuanciert ausgewogene Geflecht der Klänge umspielt, ja umgarnt Rohrer dann, indem er es detailreich fortspinnt. Die Musik evoziert starke Bilder im Kopf. Sie sind schön und von Harmonie grundiert. Doch nichts dümpelt hier im Seichten. Was man hört, ist von belebender Energie, zaubert tagträumerische Atmosphären und hat eine schwelgerische, ans Herz gehende Magie. Wie mit Händen zu greifen ist dabei immer die offensichtlich konzentrierte und gleichzeitig entspannte Stimmung während der Aufnahme. Keiner muss hier als Solist hervortreten. Was zählt, ist organischer Gruppenklang, der fast beiläufig ins Ohr geht und immer neu mit vielen Finessen verblüfft und überzeugt. Diese Musik ist präsent, ohne um die Ecke zu denken: das Einfache, das schwer zu machen ist.

 

NOREIA ist das musikalische Dokument einer neuen Begegnung von Rock und Jazz, von Komposition und Improvisation. Samuel Rohrers Band sollte man das Beste wünschen, weil ihre Musik Vergnügen bereitet, ohne ihren Anspruch zu verlieren, weil sie etwas zu sagen hat, ohne den Hörer zu überfrachten, weil sie ohne Kalkül auf einen Punkt kommt, von dem aus es weitergehen kann.

An exponierten Orten wird diese Besetzung mit ihrem Album, dessen Name auf eine in römischer Zeit als Bringerin von Lebensglück, Fruchtbarkeit und Heilkraft verehrte Göttin verweist, einer der Livehöhepunkte der Saison sein.

www.arjunamusic.com | www.samuelrohrer.com