Benny Troschel – Folksmusik

Sehr unterhaltsam – Amerikanische Folksongs mit Hip-Hop-Elemente und modernerem Jazz treffen auf alte, populäre deutsche Schlager auf, traditionell im Tin Pan Alley-Stil arrangiert, im Jazz-Gewand.

Auf Folksmusik präsentiert das junge Ausnahmetalent an der Jazztrompete Benny Troschel zwei Bands: sein deutsches Septett und sein US-amerikanisches Quintett. „Das Album ist unserer transatlantischen Freundschaft gewidmet – einem Tanz zweier Partner voller Zuneigung und gemeinsamem Rhythmus, in dem Gegensätze und Gemeinsamkeiten miteinander spielen“, erklärt Troschel, der die Stücke arrangiert hat. Seine Idee: sein New Yorker Ensemble spielt deutsche und seine deutsche Band US-amerikanische Stücke, um die besondere Beziehung beider Nationen musikalisch darzustellen. „Mit meinem New York Quintett lege ich alte, populäre Schlager auf – traditionell im Tin Pan Alley-Stil arrangiert – im Jazz-Gewand. Dagegen verwende ich mit meinem Köln Septett für die amerikanischen Folksongs Hip-Hop-Elemente, sowie eine ganze Reihe modernerer Jazz-Stile“. Durch diese Kombination von Alt und Neu, in denen die weltberühmten Melodien in unterschiedlichen Genres glänzen, entsteht ein musikalisch abwechslungsreiches, unterhaltsames und komplexes Ganzes. Benny Troschels virtuoses Spiel verbindet dabei die verschiedenen Pole und zeigt, wie vielseitig er sich zwischen traditionell und modern, durchdringendem und sanftem Trompetenton, aber auch zwischen den USA und Deutschland bewegt.

Troschel wuchs in Deutschland auf und entdeckte sein Instrument schon im zarten Alter von sechs Jahren. „Die Trompete hat mich von Anfang an fasziniert – voller Strahlkraft und Selbstbewusstsein und dabei doch so elegant“, erinnert er sich. Schon als Teenager wurde sein Spiel hochgelobt. Sein Talent führte ihn von einem Jungstudium mit 13 Jahren über das Bundesjazzorchester bis hin zum Stipendium an der Manhattan School of Music, an der er seinen Abschluss mit Bestnoten absolvierte. „In dieser Zeit habe ich mich in die USA verliebt und fühle mich bis heute dort ebenso zuhause wie in Deutschland.“

Die Idee hinter dem Album erklärt Troschel so: „Ich interpretiere die Musik der Menschen –Volksmusik und Folk Music – und das im Jazz. Beide Bands zollen dem jeweils anderen Land und deren Menschen ihren Respekt, indem sie berühmte Songs wie Oh Susanna oder Hoch auf dem gelben Wagen spielen“. Troschel betrachtet die amerikanisch-deutsche Dynamik als intensiv und ständig im Wandel begriffen. „In den Gründerjahren der USA kamen viele Emigranten aus Deutschland und verewigten sich neben ihrer Bierkultur und Bretzeln beispielsweise auch durch zahlreiche deutsche Städtenamen. Im vergangenen Jahrhundert haben zwei Weltkriege die deutsch-amerikanischen Beziehungen stark erschüttert. Die Tatsache, dass das deutsche Lied Lilli Marleen von Soldaten beider Nationen gesungen wurde, ist ein Beweis der komplexen Verflechtung beider Länder. Und heute sind wir wiederum so freundschaftlich verbunden wie vielleicht noch nie zuvor.“

Trizonesien, das von Karl Berbuer 1948 gesungene Karnevalslied, wurde in der unmittelbaren Nachkriegszeit zu einer heimlichen und humorvollen Nationalhymne für Westdeutschland, das in eine US-amerikanische, eine britische und eine französische Besatzungszone aufgeteilt war. Der Schlager Veronika, der Lenz ist da entstand in den 1920er Jahren und wurde vor allem in der Version der Comedian Harmonists bekannt – einem deutschen Vokalensemble, das auch in den USA erfolgreich auftrat. Einige der Mitglieder waren gezwungen, aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nach Amerika zu emigrieren – wo eines der Mitglieder auch an der Manhattan School of Music unterrichtete, also dort wo Troschel Jahrzehnte später seinen Abschluss erwarb. „Für mich hatten die Comedian Harmonists immer einen sehr jazzaffinen Ansatz. Das Stück verfügt über eine so verspielte Melodie mit weitverbreiteter Popularität, so dass ich es einfach aufnehmen musste.“

Ezekiel Saw The Wheel ist eine Bearbeitung des gleichnamigen afroamerikanischen Spirituals. „Mir ist wichtig zu zeigen, wie vielfältig Wurzeln von Musik sein können. In diesem Fall sind es afrikanische Einflüsse, die ein wichtiger Teil der US-amerikanischen Musik sind.“ Chester wiederum ist eine Hymne aus der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, in der Troschel „eine junge Nation, die für Unabhängigkeit kämpft und sich ihren Weg in die Freiheit ebnet“ porträtiert, während uns die Folk-Ballade Jesse James in die Zeit des Wilden Westens katapultiert, in die Zeit des amerikanischen Gründungsmythos, und dabei einen alten Cowboy-Gangster wieder zum Leben erweckt.

Das Album zu realisieren, glich einer logistischen Tour de Force. Das Quintett nahm seine Stücke im legendären Rudy Van Gelder-Studio in New Jersey auf. „In diesem Studio haben so gut wie alle Jazzlegenden ihre Alben eingespielt, darunter Herbie Hancock, Wayne Shorter, Dizzy Gillespie und Sonny Rollins und viele, viele mehr. Sollte es so etwas wie ein heiliges Aufnahmestudio in Sachen Jazz geben, dann wäre es zweifelsfrei das Van Gelder Studio. Und tatsächlich waren wir alle ganz erfüllt von diesem besonderen Spirit“, erinnert sich Troschel. „Wir hatten nur vier Stunden Aufnahmezeit und mussten entsprechend elektrisiert sein und auf den Punkt genau spielen.“ Für die Septett-Aufnahmen in Köln brachte der Jazztrompeter modernere Arrangements mit, geschrieben für die Rhythmusgruppe und vier Melodieinstrumente (Trompete, Posaune, Mundharmonika, Geige/Fiddle), die in dieser Kombination sehr amerikanisch und ungewöhnlich – vielleicht sogar einzigartig sind – und wieder einen interessanten Gegensatz zum traditionell besetzten New York Quintett und Plastizität in Folksmusik herstellen. „Auch hier hatten wir nur einen Tag Zeit im Studio, um alles aufzunehmen“, so Troschel.

Benny ist ein großartiger Trompeter mit großer Zukunft.“ (Nils Landgren)

Bereits vor der Veröffentlichung hat Folksmusik euphorische Kritiken von bekannten Jazzmusikern erhalten:

Dick Oatts (Lead-Altsaxofonist, Vanguard Jazz Orchestra)
 „Dieses Debüt-Album definiert Benny Troschels Talent auf so vielen Ebenen. Die Länge jedes Arrangements ist so erfrischend. Sein Sound auf der Trompete ist wunderschön dunkel und reich an Intensität. Großartige Orchestrierung, Arrangements und die Gesamtmischung sind perfekt. Das ist eine ganz spezielle Hommage an zwei wundervolle Nationen und Bennys musikalische Widmung sagt einfach alles.“

Tim Hagans (Jazztrompeter New York)
“Selten habe ich eine derartige Wärme und Intensität gehört. Bennys Performance ist ein absolutes Beispiel wie die Jazz Trompete klingen sollte; swingend mit großem selbstbewusstem Sound und Improvisationen, die mich gebannt auf der Stuhlkante verzaubern.”

Jim McNeely (Leiter HR-Big Band)
“Benny ist ein großartiger und überaus kreativer Arrangeur, der diesen altehrwürdigen Songs einen frischen Sound verleiht. Als Amerikaner muss ich sagen, dass ich umgehauen bin von seinen Versionen alter amerikanischer Tunes wie Oh Susanna, Old Dan Tucker und Chester. Diese Aufnahme steckt voller Überraschungen. Das ist der Spirit des Jazz, und Benny Troschel hat ihn!”

Marcus Printup (Jazztrompeter, Jazz@Lincoln Center Orchestra)

“Während Zeiten wie wir sie durchleben ist es erfrischend und motivierend so eine Musik zu hören. Benny und seine Ensembles spielen mit großer Liebe und Zuwendung für die Musik UND die Menschheit.”

 

Tony Kadleck (Leadtrompeter, New York, Maria Schneider Orchestra)
“Trompeter und Komponist Benny Troschel hat ein spektakuläres und aufregendes Album veröffentlicht. Bennys Trompetensound hat Noten von Miles Davis, aber seine Ideen sind klar seine eigenen. Seine fantastischen Fähigkeiten auf der Trompete inklusive eines großen Tonumfangs, komplementieren musikalisch seine dichten Reharmonisationen dieser klassischen Folks Songs, die einfach wunderschön sind. Als Trompeter und Arrangeur bin ich total inspiriert von seinem Werk, wunderschön!”

 

Ted Nash (Altsaxofonist, Jazz@Lincoln Center Orchestra)
“Benny Troschels Album ‘Folksmusik’ ist fantasievoll, bewegend und voller Kraft. Er nutzt starken rhythmischen Kontrapunkt und clevere Reharmonisationen von traditionellen Songs. Als Trompeter mit großartigen Chops ist sein Sound direkt und klar, besonders bei Lilli Marleen. Diese Aufnahmen zeigen Herrn Troschels Vielfalt an Ausdruckskraft und Talent auf besondere Weise; wir erleben viele verschiedene spannende Facetten seiner musikalischen Persönlichkeit.”

Folksmusik Full Credits

Ezekiel Saw The Wheel
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Julia Brüssel – Violin
    Konstantin Reinfeld – Mouth Organ
    Janning Trumann – Trombone
    Jonathan Hofmeister – Piano
    Oliver Lutz – Double Bass
    Leif Berger – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Traditional
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Nico Raschke
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Oh Susanna
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Julia Brüssel – Violin
    Konstantin Reinfeld – Mouth Organ
    Janning Trumann – Trombone
    Jonathan Hofmeister – Piano
    Oliver Lutz – Double Bass
    Leif Berger – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Stephen Foster
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Nico Raschke
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Lilli Marleen
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Matt Wong – Piano
    Perrin Grace – Double Bass
    Peter Lazorcik – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Norbert Schultze
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Maureen Sickler
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Trizonesien
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Niall Cade – Tenor Saxophone
    Matt Wong – Piano
    Perrin Grace – Double Bass
    Peter Lazorcik – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Karl Berbuer
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Maureen Sickler
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Für Mich Soll’s Rote Rosen Regnen
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Niall Cade – Tenor Saxophone
    Matt Wong – Piano
    Perrin Grace – Double Bass
    Peter Lazorcik – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Hans Hammerschmid
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Maureen Sickler
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Ol‘ Dan Tucker
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Julia Brüssel – Violin
    Konstantin Reinfeld – Mouth Organ
    Janning Trumann – Trombone
    Jonathan Hofmeister – Piano
    Oliver Lutz – Double Bass
    Leif Berger – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Traditional
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Nico Raschke
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Hoch Auf Dem Gelben Wagen
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Niall Cade – Tenor Saxophone
    Matt Wong – Piano
    Perrin Grace – Double Bass
    Peter Lazorcik – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Heinz Höhne
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Maureen Sickler
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Du Hast So Wunderschöne Blaue Augen
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Niall Cade – Tenor Saxophone
    Matt Wong – Piano
    Perrin Grace – Double Bass
    Peter Lazorcik – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Heinz Woezel, Willy Berking
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Maureen Sickler
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Veronika, Der Lenz Ist Da
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Niall Cade – Tenor Saxophone
    Matt Wong – Piano
    Perrin Grace – Double Bass
    Peter Lazorcik – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Walter Jurmann
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Maureen Sickler
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Chester
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Julia Brüssel – Violin
    Konstantin Reinfeld – Mouth Organ
    Janning Trumann – Trombone
    Jonathan Hofmeister – Piano
    Oliver Lutz – Double Bass
    Leif Berger – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: William Billings
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Nico Raschke
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –
Jesse James
  • Musiker:
    Benny Troschel – Trumpet
    Julia Brüssel – Violin
    Konstantin Reinfeld – Mouth Organ
    Janning Trumann – Trombone
    Jonathan Hofmeister – Piano
    Oliver Lutz – Double Bass
    Leif Berger – Drums
  • Featuring: –
  • Composer: Billy Gashade
  • Arranger: Benny Troschel
  • Producer / Co Producer: Benny Troschel
  • Mixing Engineer: Nico Raschke
  • Master Engineer: Nico Raschke
  • Lyricist: –

Berthold Records / LC27984 / 4250647324014 / Vertrieb: Cargo

 VÖ: 15.4.2024

Live

20.04.2024 Oldenburg, Wilhelm 13
22.04.2024 Bremen, Henry’s Bar/Metropol Theater
25.04.2024 Hamburg, Likörelle/Panik City)

10.05.2024 Münster, Hot Jazz Club
23.05.2024 Recklinghausen, Altstadtschmiede

15.06.2024 Neuwied-Engers, Landesmusikakademie

21.09.2024 Dresden, Blue Note

Fotos I Cover