Heinrich v.Kalnein, Kenji Herbert, Jan Samson Krizanic – Probably Possible
Ein Trio, das Stille, Risiko und Schönheit neu verhandelt, denn Freiheit braucht Zeit und Schönheit braucht Vertrauen.
Keine Vorgaben und freie Improvisation jenseits aller Jazz-Klischees durch die Reduktion des melodischen Materials.
Mit „Probably Possible“ legt der deutsche Saxofonist und Flötist Heinrich von Kalnein ein frei improvisiertes Album vor, daß sich durch eine berückende melodische Schönheit, viel Raum und eine enorme musikalische Dynamik und Abwechslung auszeichnet. Das Trio Kalnein | Herbert | Krizanic aka ‚Polycrisis‘ gegründet von dem jungen Grazer Ausnahmeschlagzeuger Jan Samson Krizanic, wird komplettiert mit dem austro-japanischen Shooting Star und Gewinner des letztjährigen österreichischen Jazzpreises an der Gitarre Kenji Herbert.
Heinrich von Kalnein erzählt:
„Die Geschichte dieser Band begann im August 2024, als Jan mich zu einem Konzertabend mit seinem Trio „Polycrisis“ einlud. Im Rahmen eines Festivals frei improvisierter Musik im österreichischen Graz spielten wir drei ohne Proben ein 45-minütiges Set, das für mich aus mehreren Gründen denkwürdig war: Zum einen spürte ich schon während des Spiels zwischen uns dreien eine wunderbare und sehr stimmige Gelassenheit, sich gegenseitig anspornende Kreativität und auch Ebenbürtigkeit, was bei Bands mit so unterschiedlichen Generationen und Erfahrungen keine Selbstverständlichkeit ist.
Zum anderen war es so, dass unsere Bühne genau neben der städtischen Müllverbrennungsanlage positioniert war, die Windrichtung an diesem milden Augustabend immer mal wieder überraschend wechselte und uns die Gerüche sämtlicher Abfälle der großen Stadt um die Nase wehte.
Für mich gab es zwischen uns von Anfang an eine fast unausgesprochene Übereinkunft, wie die Musik sein könnte – und was sie nicht darf; immer ein Zeichen für eine stimmige Bandchemie. Dann probten wir ein paar Monate lang. Stets frei improvisierend und auch im Anschluss gemeinsam abhörend. Dabei entwickelt sich fast zwangsläufig eine eigene DNA. Nach einem Festivalauftritt auf der Grazer Jazz Redoute im Jänner 25 war dann klar, dass wir ins Studio gehen.
Ein paar Worte vielleicht über meine beiden jungen Kollegen, Gitarrist Kenji Herbert und Drummer Jan Samson Krizanic: Kenji ist gebürtiger Austro-Japaner, aufgewachsen in Japan. Nach seinem Studium am Berklee College of Music zog es ihn erst für 10 Jahre nach New York City und dann nach Wien, wo ihn sein Onkel, der in der Szene bestens bekannte Bassist Peter Herbert, schnellstens einführte. Kenji ist – wie alle guten Musiker – extrem vielseitig und flexibel, was jedes seiner Ensembles gut klingend macht. Im Herbst 25 gewann er wohlverdient den österreichischen Jazzpreis für seine aktuelle Trioplatte.
Jan hatte ich aufgrund seines Studiums am Jazzinstitut der Grazer Kunstuniversität schon länger am Schirm. Von Anfang an gefiel mir seine künstlerische Offenheit, die ihn auch zu Kollaborationen mit bildenden Künstlern und Schauspielern inspiriert. Aber es ist natürlich sein herausragendes Drumming verbunden mit einem beinahe unbekümmerten Street Vibe, die ihn für mich attraktiv macht. Dabei behält er stets die Umsicht und auch den Mut, bisweilen zu pausieren oder auch den Groove radikal zu ändern. Das gibt unserem Trio eine unglaubliche Dynamik – von ganz leise und zart bis hin zur musikalischen Explosion.
Ich selbst beschäftige mich jetzt schon geraume Zeit mit dem Thema einer möglichst hohen Koheränz meiner improvisatorischen Sprache: Zu viele Klischees gibt es in der Jazzimprovisation, die gerne mit Jazz Language entschuldigt werden. Für mich werden dabei musikalischer Inhalt und Gestus vermischt und auch verwechselt. Stilimmanente musikalische Floskeln sind ja noch lange kein Garant für eine brauchbare kompositorische oder improvisatorische Idee!
Die Reduktion des melodischen Materials und auch die eigene Vorgabe, nur das tatsächlich Gehörte spielen zu wollen (und umsetzen zu können), definieren am besten meine Idee freier Improvisation, die sich für mich als die komplexeste Form von Jazzimprovisation darstellt. Ich denke, dass ich auf diesem Album meinem Ideal schon sehr nah gekommen bin. Auch dafür danke ich meinen beiden jungen Kollegen Kenji und Jan!
natangomusic.com – www.galileomusic.de – https://www.youtube.com/heinrichvonkalnein
01) Probably 4:34
02) Possible 3:30
03) Maybe Not 3:28
04) Most Probably 3:54
05) Impossible 4:42
06) Maybe 3:54
07) Absolutely Not 4:26
08) Eventually 4:56
09) Absolutely 2:44
10) Probably Not 6:52
Total playing time: 43:04
All titles composed by Heinrich von Kalnein, Kenji Herbert and Jan Samson Krizanic-Nessmann (AKM).
Line up:
HEINRICH VON KALNEIN – Soprano-, Tenor- & Baritone Saxophones, Flutes
KENJI HERBERT – Electric Guitar, Fretless Guitar
JAN SAMSON KRIZANIC – Drums, Gongs, Percussion
Credits
Recorded at Wavegarden Studio, Retz (Austria) on August 26 and 27, 2025.
Recording engineer: Franz Schaden.
Mixed and mastered by Stefano Amerio at Artesuono Studio, Cavalicco (UD), Italy.
Produced by the band. Executive producer for Natango Music: John Heitzmann.
Drawings and design by Peter Hoffmann (glashaus-design.com).
Band photo by Julia Wesely (julia-wesely.com).
Videos directed and produced by Matteo Molina.
© + (p) 2026 Natango Music – NAT 47628
HEINRICH VON KALNEIN / KENJI HERBERT / JAN SAMSON KRIZANIC – Probably Possible
NATANGO MUSIC NAT 47628-1 (LP) / NAT 47628-2 (CD) / Vertrieb D/A/CH: Galileo-MC
EAN Codes: 4250095889431 (LP) / 4250095889448 (CD) / LC 27958
Veröffentlichung: 25. September 2026








